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Heilig Kreuz weicht Supermarkt

Altwarmbüchen Heilig Kreuz weicht Supermarkt

Gerade kurz vor Weihnachten wirkt es ganz und gar unchristlich, eine Kirche abzureißen - aber die Zeit drängt: Bereits im Februar soll der Bau des Rewe-Marktes an gleicher Stelle im Zentrum Altwarmbüchens beginnen. Die Eröffnung des Fünf-Millionen-Euro-Projektes ist für Oktober angedacht.

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Die Nordwand des Kirchengebäudes fällt zuerst. Die weiteren Abrissarbeiten an der Bothfelder Straße werden sich bis in den Januar hinziehen.

Quelle: Frank Walter

Isernhagen. Die dünnen Wände des Kirchengebäudes aus Bimsstein haben dem Abrissbagger am Donnerstagmorgen nichts entgegenzusetzen. Nach wenigen Schaufel-Bewegungen fällt die Nordwand an der Bothfelder Straße. Das Schicksal der Heilig-Kreuz-Kirche ist schon lang besiegelt: Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde sich dazu entschlossen, mithilfe eines Grundstückstauschs genügend Einnahmen zu erzielen, um auf der Fläche direkt gegenüber ihrer stark sanierungsbedürftigen Siebzigerjahre-Kirche einen Neubau zu wagen - bereits im Oktober wurde die katholische Kirche entweiht. Der Neubau gegenüber soll im Herbst 2016 fertig werden.

Bis Februar muss der Abriss der Kirche und des benachbarten Pfarrhauses abgeschlossen sein. Die größte Herausforderung stellt dabei der 15 Meter hohe Turm samt Kreuz dar. Dann sollen die Bauarbeiten für den großen Supermarkt im Zentrum beginnen. Das Unternehmen List & Wilbers wird rund fünf Millionen Euro an der Bothfelder Straße investieren, um einen Markt mit einer Verkaufsfläche von 1350 Quadratmetern zu realisieren. Zum Vergleich: Der Penny-Markt direkt nebenan ist nur 310 Quadratmeter groß. Der einstige NP-Markt im Zentrum, in dessen Räume im nächsten Jahr die Gemeindebücherei einziehen soll, konnte ebenfalls nur mit 370 Quadratmetern aufwarten.

Betreiber des neuen Supermarktes, das steht bereits fest, soll Rewe werden. Neben dem Einkaufsmarkt ist im Gebäude auch eine Bäckerei samt Café geplant. 54 Parkplätze auf dem Gelände sollen den Kunden ab Oktober 2016 zur Verfügung stehen.

Während Politik und Verwaltung sich seit Langem einen Supermarkt mit großem Angebot als Frequenzbringer im Zentrum gewünscht haben, sehen die Nachbarn des Marktes das Vorhaben durchaus kritisch. Ein Normenkontrollverfahren gegen die Satzung des dazugehörigen Bebauungsplanes läuft gerade - die Baugenehmigung der Region liegt jedoch bereits vor.

Anwohner fürchten vor allem Lärmbelästigungen durch den Supermarkt und kritisieren das für den Bebauungsplan erstellte Verkehrsgutachten. Die Bauaufsicht gibt daher klare Vorgaben zum Thema Lärm in der Baugenehmigung: „Um die im Schallgutachten ermittelten Werte zu verifizieren, sind die Schallimmissionen innerhalb von drei Monaten nach Inbetriebnahme des Verbrauchermarktes zum jeweils ungünstigsten Zeitpunkt während des Tagzeitraums und des Nachtzeitraums zu messen.“ Das Ergebnis ist der Region vorzulegen. Sollten die Werte nicht den Prognosen entsprechen, müssten „Maßnahmen ergriffen“ werden. Entsprechende Auflagen behält sich die Region Hannover daher vor.

Von Carina Bahl und Frank Walter

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