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Heinz Rudolf Kunze begeistert im Isernhagenhof

Isernhagen F.B. Heinz Rudolf Kunze begeistert im Isernhagenhof

Beim allerersten Gastspiel in Isernhagen F.B. hat Rockpoet Heinz Rudolf Kunze im restlos ausverkauften Isernhagenhof ein ungewöhnlich intimes Konzert geboten: In zwei Stunden ganz ohne Band spielte er viele Hits - und machte sich einen Spaß daraus, das begeisterte Publikum in die Irre zu führen.

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„Dein ist mein ganzes Herz“ – damit wartet Heinz Rudolf Kunze in seinem pausenlosen Zwei-Stunden-Konzert ganz bis zum Schluss. Zimmer

Quelle: Jürgen Zimmer

Isernhagen F.B.. Heinz Rudolf Kunze betritt die Bühne, lässt den Begrüßungsapplaus über sich abregnen, nickt kurz mit dem Kopf, setzt sich. „Ich hoffe auf Milde, Gnade und Freude. Ich will euch nichts beweisen und ihr braucht mir nichts zu beweisen“, verkündet er mit verhaltenem Lächeln.

Das ist der Einstand des Stars aus der Wedemark beim allerersten Gastspiel in seiner Nachbargemeinde - im restlos ausverkauften Isernhagenhof.

Noch vor der ersten gespielten Note erklärt sich der Rocksänger, Literat, Poet und Musical-Experte weiter: Psychologen hätten festgestellt, dass kreative Menschen als Kinder oft umgezogen sind und Probleme mit der Mutter hatten. „Beides trifft bei mir zu.“ Dann greift er zu einer der drei Gitarren, die um ihn herum aufgebaut sind und um die sich ein Faktotum namens „Richy“ kümmert. Der erscheint unregelmäßig, schnappt sich - vom Meister mit einem kurzen „Hallo, Richy“ bemerkt - das jeweils zuletzt gespielte Instrument und verschwindet wieder im Hintergrund.

„Ultimatum“ heißt das erste Lied des Abends, in dem ein Mann nach sieben Strophen auf einen Stuhl steigt und sich „ohne Augenschließen“ erhängt, weil sein Leben ohne jede Erfüllung ist.

So wird der misanthropische, hemmungslos offene Zyniker und bissige Sprachjongleur nun mal bewundert, gefeiert, vielleicht sogar geliebt. In der Konzertscheune wird fast jedes Lied mit Bravo-Rufen und zustimmendem Pfeifen bedacht.

Zum ersten Mal ist „HRK“ auf Solo-Tournee durch die Republik. Nun, nach 30 Jahren Bühne, wolle er seinem Publikum noch näher kommen, erklärt der 58-Jährige - „persönlicher und intimer“. Das Versprechen löst er auch gleich ein, als er seinem Publikum zuruft: „Ich verfluche euch, ihr Fehlgeburten der Evolution, ihr Daseinsverbrecher ...“ und die ziemlich lange Tirade der Unzulänglichkeiten mit einem grinsenden „So, da habt ihr’s!“ beendet.

Zwischen Gitarren und Klavier wechselnd, spielt, rezitiert und singt Kunze mit minimalistischer Mimik scheinbar emotionslos und doch mit großer Intensität. Keine Nebelkerzen, kein Lichtgeflimmer und kein Rumgehopse. Nur Kunze. Pur. Und ab und an ein kleines Lächeln. Natürlich fehlt auch er nicht: Kunzes 30 Jahre alter und bis heute größter Single-Hit „Dein ist mein ganzes Herz“ - aber erst ganz am Ende des pausenlosen Zwei-Stunden-Konzerts.

Von Jürgen Zimmer

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