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Das Schützenfest ist (s)eine Herzenssache

Isernhagen Das Schützenfest ist (s)eine Herzenssache

Seit 1974 feiern die Schützenvereine der vier Isernhagener Altdörfer gemeinsam ihr Fest. Und von Beginn an ist es Herbert Eggert, bei dem im Festausschuss alle Fäden zusammenlaufen. Noch nie hat der 68-Jährige ein Fest verpasst - und freut sich, wie gut die Schützenfest-Tradition noch funktioniert.

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Impressionen vom Schützenfest Isernhagen

Quelle: Carina Bahl

Isernhagen. Herr Eggert, entschuldigen Sie diese Frage, aber ihre grüne Jacke sieht ziemlich leer aus. So lange im Schützenverein und keine Orden?

Doch. Davon habe ich einen ganzen Schuhkarton voll. Aber wenn ich die anstecke, dann hängt immer eine Seite der Jacke herunter. Das stört beim Feiern.

Feiern – das muss der Chef-Organisator wohl können. Haben Sie seit 1974 je ein Schützenfest verpasst?

Nicht ein einziges.

Vier Vereine feiern gemeinsam. Das klingt nach viel Organisationsarbeit. Wann beginnt diese?

Im Oktober beginnt bereits die Terminabsprache mit dem Festwirt. Im Januar startet die Planung mit den vier Vereinen. Aber das spult sich inzwischen routiniert ab wie eine Schallplatte.

Außer, wenn der Festwirt abspringt und das Fest plötzlich um drei Wochen nach vorn verlegt werden muss? Hatten Sie da dieses Jahr kurz Angst um „Ihr“ Fest?

Nein. Das ist nicht meine Art. Wenn der Schuh drückt, muss das eben behoben werden. Ich bin auch Vize-Präsident im Kreisschützenverband Burgdorf. Da kennt man viele Leute. Ein paar Telefonate und dann war ein Wirt gefunden. 2017 rücken wir mit dem Termin noch drei Wochen vor, um die Ferien zu verpassen.

Ferien. Die brauchen Sie nach drei Tagen Schützenfest auch, oder?

Ich komme gerade aus dem Urlaub. Die Ruhe vor dem Fest habe ich genossen, nächste Woche geht es wieder los – zur Erholung.

Kaum ein Schütze geht an Ihnen vorbei. Kennt Sie hier jeder?

Das könnte sein. Nach so langer Zeit hat man die 700 Schützen in Isernhagen wohl alle gesehen.

Sie haben ja den Vergleich: Welcher der Vereine feiert am besten?

Ich wohne in N.B., aber feiern können wir Schützen in den Altdörfern alle. Das Schöne ist: In Isernhagen funktioniert das Schützenfest noch. Die Leute kommen und feiern gemeinsam. Wir sind an diesen Tagen alle gleich.

Nur zum Scheibenannageln und bei den Umzügen trennen sich die Vereine. Wo gehen Sie mit?

Nirgends. Ich kenne alle gut. Niemand soll beleidigt sein.

Haben die Schützenumzüge auch schon bei Ihnen Halt gemacht?

Ehrlich gesagt, habe ich nur eine einzige Scheibe. 1990 bin ich Schützenkönig in K.B. geworden. Meine Frau war da erfolgreicher: Sie hat 25 Scheiben gesammelt.

25? Hut ab! War denn überhaupt so viel Platz an Ihrem Hausgiebel?

(lacht) Zum Glück gab es früher meistens Zimmerscheiben.

Sie haben alle Feste miterlebt. Hat sich beim Feiern etwas geändert?

Eigentlich nicht. Isernhagen feiert schon immer lang und ausgiebig. Manch einer geht erst um 5 Uhr und die langen Reihen am Tresen zum Lüttje-Lage-Trinken gibt es auch noch. Ich bin nicht so der Tänzer, aber ich schaue mir das vom Tresen aus genau an.

Und Sie sind als Organisator der erste und der letzte auf dem Platz?

Nicht immer. Manch einmal musste ich mich schon heimlich früher zum Zeltausgang schleichen (zwinkert). Zum Glück wohne ich nur fünf Gehminuten vom Festplatz entfernt.

Tritt ein Schütze denn auch mal an die Schießbude zum Spaß?

Ganz bestimmt sogar. Wenn der Pegel steigt, versuchen sich da viele von uns (lacht).

Da darf man dann aber mehr als die Trost-Plastik-Rose erwarten?

Auf jeden Fall. Das muss sein.

Müssen die Isernhagener denn fürchten, dass Ihr „Mister Schützenfest“ sein Amt bald abgibt?

Überlegt habe ich das schon einmal. Die Alten sollten ja Platz für die Jugend machen. Aber mein Herz schlägt halt für das Schützenwesen. Und wenn das Wetter mitspielt, die Stimmung stimmt, alles klappt und andere einen ermutigen, zu bleiben, dann denkt man: So soll es weitergehen. Und das tut es dann auch.

Am Montag stehen die Familien im Mittelpunkt

Traditionell ist der Montag beim Isernhagener Schützenfest der Haupttag mit den meisten Besuchern. Um 14.30 Uhr beginnt der Familiennachmittag auf dem Festplatz an der Hagenstraße mit ermäßigten Preisen an allen Fahrgeschäften. Zudem können sich Kinder bis 16.30 Uhr an Geschicklichkeitsspielen versuchen, sich schminken lassen oder mit dem Lichtpunktgewehr um die Scheibe des Volkskinderkönigs zielen. Die Siegerehrung ist für 17 Uhr geplant. Um 18 Uhr beginnt das Festessen mit Ehrungen, bevor um 20 Uhr die Schlagerparty mit DJ Dennis das Fest ausklingen lassen wird.

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Von Carina Bahl

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