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IGS-Schüler lernen an Tablets

Isernhagen IGS-Schüler lernen an Tablets

Der Infoabend zur neuen IGS Isernhagen hat am Dienstag rund 130 Interessierte ins Schulzentrum gelockt. Spannendste Nachricht für sie: Tablet-Computer werden für alle Schüler ständige Begleiter.

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Seit wenigen Tagen prangt der neue IGS-Schriftzug am Gebäude.

Quelle: privat

Altwarmbüchen. Ein paar Minuten vor Beginn hatte sich der designierte IGS-Leiter Jens Könecke noch gewundert, "warum eigentlich immer alle Stühle aus dem ganzen Schulzentrum aufgestellt werden“. Pünktlich zum Start hatte sich die Agora dann aber doch gut gefüllt. Und als Könecke alle Viertklässler aufforderte, zu einer Probe-Unterrichtsstunde ins Nachbargebäude zu gehen, da schlossen sich gleich rund 30 Kinder an – folgen dem Interesse auch die Anmeldungen, sollte zumindest die Zweizügigkeit gesichert sein.

Für die Eltern gab es viele Details zur neuen IGS, auf die sich die Planungsgruppe in den vergangenen Tagen verständigt hat:

Tablets: Alle IGS-Schüler werden im Unterricht und zu Hause mit Tablets arbeiten – als Ergänzung zum klassischen Unterricht. "Die digitalen Medien werden immer stärker. Wir müssen unsere Kinder darauf vorbereiten“, sagte Lehrer Ulf Linxweiler. In der Konsequenz haben die Kinder keine Schulbücher mehr im Ranzen, diese werden ebenso wie andere Unterrichtsinhalte digital auf den iPads vorliegen – genau wie Programme, die den Schülern beim Lernen helfen sollen. Die Tablets unterstützen die Gesamtschüler zudem mit Kalender-, E-Mail-, Notiz- und Aufgaben-Funktionen bei der Organisation.

Die IGS arbeitet mit der Firma SchoolTab zusammen. Bezahlen müssen die Anschaffung der gegen Diebstahl und Schäden versicherten Tablets die Eltern. Die 16-Gigabyte-Geräte kosten einmalig 755,70 Euro oder 36 Monate lang je 21,42 Euro. Ganz abgeschafft wird der herkömmliche Unterricht aber nicht: "Wir haben noch Stifte, und wir werden auch in Hefte schreiben“, versicherte Lehrerin Herle Boy einigen eher skeptischen Eltern.

Verantwortung übernehmen: Siebtklässlern – die ersten gibt es an der IGS, die im Sommer mit Klasse 5 beginnt, in etwa mehr als zwei Jahren – werden zwei Wochenstunden für ein selbst gewähltes Projekt in Isernhagen zur Verfügung gestellt. Ob Vorlesen im Kindergarten, PC-Schulungen im Seniorenheim oder Co-Trainer im Fußballverein: Jeder leistet ein halbes Jahr lang Dienst an der Gemeinschaft, die Schule unterstützt bei Schwierigkeiten. Die Jugendlichen knüpfen so Kontakte und lernen, Verantwortung zu übernehmen, Ausdauer zu beweisen und die Wirksamkeit des eigenen Handelns zu erkennen. Die Projekte werden am Ende bei einer Messe vorgestellt.

Lernen im "Makerspace“: In einer offenen Werkstatt wird sich jeder Schüler als Bastler und Tüftler versuchen können. Die Werkstatt soll für den Unterricht und für Projekte, aber auch in Freistunden genutzt werden können.

Arbeit in Doppelstunden: Der Unterricht wird soweit wie möglich in 90-Minuten-Blöcken organisiert. Damit soll mehr Zeit zum Lernen bleiben, es gibt weniger Unruhe im Gebäude, und Schüler wie Lehrer haben seltener Material zu tragen.

Tandem und Feedback: Jeweils zwei Klassenlehrer werden sich gleichberechtigt um eine Klasse kümmern. Immer freitags gibt es kurze Reflexionsgespräche mit jedem Schüler über die vergangene und die nächste Woche.

Woche-Ende: So nennt die Planungsgruppe die Versammlungen, zu denen sich Schüler, Lehrer und Mitarbeiter immer freitags in der Agora treffen werden. Ehe es ins Wochenende geht, werden besondere Leistungen gelobt, Ansagen für alle gemacht oder Geburtstage besungen.

Schriftzug: Dass nach den Sommerferien die IGS Isernhagen ihren Betrieb aufnimmt, ist nicht mehr zu übersehen: Seit wenigen Tagen prangt am Schulzentrum der passende Schriftzug – gleich neben dem der Realschule, der allerdings mit dem Auslaufen der Schule in einigen Jahren verschwinden wird.

Von Frank Walter

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