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Im Drogenrausch bei Mama eingebrochen

Altwarmbüchen Im Drogenrausch bei Mama eingebrochen

Mit Freunden in die Wohnung der Mutter einbrechen, während diese im Urlaub ist - und dann auch noch stehlen: Das Amtsgericht Burgwedel hat am Donnerstag einen 23-Jährigen aus Altwarmbüchen zu einer Geldstrafe von 2400 Euro verurteilt.

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Das Amtsgericht in Burgwedel.

Quelle: Archiv

Isernhagen. „Scheiß Kiffen“, so brachte es der Staatsanwalt mit seinen angekündigt „klaren Worten“ auf den Punkt. „Das ist schon ein echt großer Vertrauensmissbrauch, einfach bei Muttern einzubrechen.“

Im Mai 2014, als die Mutter des Angeklagten mit ihrem Lebensgefährten im Urlaub weilte, hatte der 23-Jährige die Gelegenheit genutzt und war über die Balkontür in die Erdgeschosswohnung eingebrochen - und das gleich mit mehreren Freunden. „Ich war damals obdachlos und hab Drogen genommen. Und ja, das war auch alles so“, räumte der junge Mann die Tat ein. Von den 80 Euro und den beiden Uhren, die an dem Abend aus der Wohnung verschwunden sein sollen, wollte er aber nichts wissen. „Ich hab nur 20 Euro genommen, von dem Rest haben wir Gras gekauft.“ Die Uhren hätten seine Freunde eingesteckt und später verkauft. Eine Nacht blieb die Drogen-Gang in der Wohnung - was die Anklage um den Tatbestand des Hausfriedensbruchs erweiterte.

„Angesichts Ihrer schwierigen Situation damals ohne Zuhause, ohne Geld und mit Drogenproblem kann ich es nachvollziehen“, sagte Amtsrichter Michael Siebrecht. „Aber rechtfertigen lässt sich das nicht. Sie müssen schon eine spürbare Strafe bekommen.“ Am Ende standen 2400 Euro im Urteil - der Staatsanwalt hätte sich eine Freiheitsstrafe von vier Monaten auf Bewährung vorgestellt.

Der schöne Satz „Ich bin aber jetzt auf einem guten Weg“, den der Angeklagte gleich zu Beginn anbrachte und den Staatsanwalt und Richter schon oft gehört haben, hatte Substanz: Der 23-Jährige hat nach dem Vorfall den Drogen abgeschworen, seinen Freundeskreis gewechselt, kann inzwischen Freundin, Arbeit und Wohnung vorweisen. „Das bedeutet viele Pluspunkte für Sie“, betonte der Richter und fragte: „Sind Sie jetzt zufrieden?“. Ja, beteuerte der Angeklagte. „Jetzt geht’s bergauf.“

von Carina Bahl

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