Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -4 ° Nebel

Navigation:
Der Cowboy hat bei Gitte - fast - ausgedient

Isernhagen Der Cowboy hat bei Gitte - fast - ausgedient

Vor Jahrzehnten war sie einfach Gitte. Da wollte sie noch einen Cowboy als Mann und saß mit Rex Gildo zu zweit auf einer Bank. Inzwischen ist die Dänin mit dem Lispel-Akzent eine 70-jährige Dame und hat sich vom deutschen Schlager verabschiedet. Geblieben ist die positive Strahlkraft, die immer noch ihresgleichen sucht.

Voriger Artikel
45 Kuchen restlos ausverkauft
Nächster Artikel
36-Jähriger in Sushi-Imbiss erstochen

In Trenchoat und Turnschuhen und begleitet von einer grandiosen Band begeistert Gitte Haenning ihre 400 Fans im ausverkauften Isernhagenhof.

Quelle: Jürgen Zimmer

Isernhagen. Das wollten 400 Besucher am Sonntagabend sehen. Ausverkauft. Mehr gehen nicht rein in die Kulturscheune. Sie sind aufgeregt erwartungsvoll. Die Bühne strahlt im Scheinwerferglanz, und die vier Bandmitglieder stimmen mit einem swingenden Jazztitel auf Gitte Haenning ein. Die kommt dann betont langsam im Trenchcoat und Turnschuhen auf die Bühne. Nach ihrem Bandscheibenvorfall muss sie noch vorsichtig sein, deswegen auch der Hocker und das Pult.

Wenn man sie so sieht und ihre kraftvolle Stimme in „Flimmerndes Herz“ hört, erkennt man sofort ihre spezielle Tonlage wieder. Das ist Gitte – eine perfekte akustische Einstimmung, auch wenn die früheren Strubbelhaare jetzt Beton-fest sitzen.

Zum ersten Mal im Isernhagenhof geht sie „All by Myself“ – so der Titel ihres Programms, unterstützt von ihrer großartigen Band, auf die Reise durch die Power-Songs ihrer mehr als 50 Jahre währenden Karriere. Mit Pop im Jazzgewand und umgekehrt, mit Swing, Rock und Blues nimmt sie das Publikum im Handumdrehen für sich ein.

Auch – oder weil – sie zwischendurch ganz selbstverständlich einen Schuh neu bindet oder den wackelnden Hocker so lange hin und her schiebt, bis sie zufrieden ist. „Das war bei der Probe nicht so“, behauptet sie. „Doch“, wiederspricht der Gittarist.
Weiter geht’s mit dem ambitionierten Programm, das ihre Version von „Sentimental Journey“ genauso zulässt wie ein Swing-Medley mit Titeln von Benny Goodman und Charlie Parker. „Sie können gerne mit den Füßen wippen“, erlaubt sie dem Publikum. Mit „Ich will alles“ schickt sie es in die Pause.

Zwischen den Liedern philosophiert sie über die Zeiten, wie sie sind und wie sie besser sein könnten, verlangt Engagement für eine gute Flüchtlingspolitik. „Warum sollen wir das nicht schaffen, wenn wir wollen?“ Dann stimmt sie „Where Have All the Flowers Gone“ (Sag mir wo die Blumen sind) an. Ein besonderer Moment in einem wirklich besonderen Programm. Und am Ende kommt er doch noch, der Cowboy, den sie 1963 zum ersten Mal zum Mann wollte. Auch er ist runderneuert, aber wie die Sängerin aus den guten alten Zeiten noch erkennbar.
Bleibt nur zu sagen: Gitte Haenning-Johansson – schön, dass Sie nicht in Düsseldorf geblieben sind.

doc6scfylh2ujcuhp4phop

Fotostrecke Isernhagen: Der Cowboy hat bei Gitte - fast - ausgedient

Zur Bildergalerie

Von Jürgen Zimmer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sm6e19282awue1xchg
Wo ist der Hydrant? App weist den Weg

Fotostrecke Isernhagen: Wo ist der Hydrant? App weist den Weg