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Streit um überhängende Äste in der Gartenstadt

Isernhagen Streit um überhängende Äste in der Gartenstadt

In der Gartenstadt Lohne musste der Schiedsmann Streit zwischen Gemeinde und Eigenheimbesitzern um überhängende Äste schlichten – laut Kommune Einzelfälle. Trotzdem droht ein Rechtsstreit.

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Die Sträucher neben seinem Zaun hat die Gemeinde auf Stock gesetzt, einzelne Äste des großen Baums kämen seinem Haus aber weiter zu nahe, sagt Lothar Drüschner.

Quelle: Martin Lauber

Neuwarmbüchen-Lohne. Lothar Drüschner und Hans-Jürgen Bollig sind am idyllischen Lindenweg in der Gartenstadt Lohne Nachbarn. Beide monieren seit Frühjahr 2015, dass Äste von Bäumen und Sträuchern, die auf Gemeindeland stehen, auf ihr Grundstück ragen, ihren Häusern zu nahe kämen. Insbesondere Bollig, dessen Garten an eine Reihe fast 20 Meter hoher Eichen grenzt, reklamiert Sicherheitsrisiken für die Mieter seines Hauses durch herabfallende Äste.

Die Gemeinde sah zunächst keinen Handlungsbedarf. Ihr Standpunkt: "Negative Auswirkungen durch Straßenbäume und Gehölze in Grünanlagen auf benachbarte Grundstücke lassen sich nicht vermeiden. Wegen der besonderen Bedeutung von standortheimischen Bäumen auf Ortsbild und Luftqualität." Anwohner müssten, so das Fachamt, "Einwirkungen in höherem Maße hinnehmen" als bei gewöhnlichen Bäumen. Insgesamt gut 20 Schreiben, diverse Ortstermine und zwei Schiedsamtsverfahren später sind sich die Parteien – allerdings nur in der Papierform – näher gekommen.

Für den langjährigen Schiedsmann Kurt Nolte war es ein Novum, seine Gemeinde, die ihn mit dem Schiedsamt betraut hat, als Antragsgegnerin laden zu müssen. Bollig hatte das Amtsgericht eingeschaltet, damit dies auch wirklich geschah.

Mittlerweile hat die Kommune Äste kürzen und Sträucher auf Stock setzen lassen. Auf Anfrage teilte Sprecherin Svenja Theunert mit: "Die gemeindlichen Arbeiten sind durchgeführt worden und erledigt." Diesen Tenor werden denn auch die Antwortschreiben haben, auf die Bollig und Drüschner seit einem Monat warten. Beide hatten Anfang Mai angemahnt, dass der von allen Parteien unterzeichnete Schiedsspruch noch nicht erfüllt sei. Danach hat die Gemeinde unter anderem "alle überhängenden Äste zu kürzen, die mehr als 50 Zentimeter von der Grenze entfernt sind und bis in eine Höhe von acht Meter vom Boden reichen". Dies sei nur unvollständig geschehen. Sollte die Gemeinde nicht nachbessern, wollen die beiden klagen.

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Hans-Jürgen Bollig verlangt, dass die Gemeinde diverse Äste der Eichen an seiner Grundstücksgrenze kappt – so wie sie es bei seinen Nachbarn zur Rechten vor Jahren auch getan hat.

Quelle: Martin Lauber
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