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Inklusion sprengt den Kostenplan

Isernhagen Inklusion sprengt den Kostenplan

Nach den Ferien werden sieben Kinder mit unterschiedlichem Förderbedarf Isernhagens Grundschulen besuchen. Damit sie einen barrierefreien Schulstart haben, baut die Gemeinde aktuell um und an.

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Torsten Hartmann (links) und Chris Jäger sind auf Baustellentour.

Quelle: Carina Bahl

Isernhagen. Isernhagen hat sich beim Thema Inklusion - sprich der gemeinsamen Beschulung von Kindern mit und ohne Förderbedarf - für die dezentrale Lösung entschieden: Anstatt ihren Grundschulen Schwerpunkte aufzuerlegen, sollen alle Eltern ihre Kinder auf die Schule vor Ort schicken dürfen. Die Gemeinde will einzelfallbezogen für Barrierefreiheit sorgen.

15.000 Euro stehen für diese Umbauten jährlich im Haushalt. Dieses Jahr reicht das nicht. „Wir haben 7000 Euro zusätzlich beantragt“, sagt Chris Jäger vom Amt für Gebäudewirtschaft und Liegenschaften. In Neuwarmbüchen wird eine Rollstuhlfahrerin davon profitieren: Nach den Sommerferien erreicht sie die Grundschule über eine Rampe und bekommt einen Blue-Chip-Schlüssel für den eigenen Schuleingang. Zudem werden die Außenanlagen barrierefrei. Gesamtkosten: 6000 Euro. Weitere 2000 Euro kostet der Schallschutz im Werkraum der Grundschule N.B. „Wenn dort gehämmert wurde, war die Lautstärke kaum auszuhalten“, weiß Torsten Hartmann von der Abteilung Technik der Gemeinde. Unvorstellbar, wie das für ein hörgeschädigtes Kind sein muss. Mit 10.000 Euro schlägt eine Akustikdecke für einen Klassenraum im Schulzentrum zu Buche. „Diese Maßnahme hat uns die Landesschulbehörde vorgegeben“, erklärt Jäger.

In den Schulen sind die Bauarbeiter aktiv

Um die bestmögliche Lösung für die förderbedürftigen Kinder zu finden und um unnötige Kosten zu sparen, setzt die Gemeinde auf das Gespräch mit den Eltern. „Die wissen am besten, was ihr Kind kann und braucht“, sagt Jäger. So denke die Gemeinde für ein sehbehindertes Kind über die Markierung von Treppenstufen nach. „Es hat aber keinen Sinn, wenn wir die Stufen schwarz-gelb schraffieren, das Kind aber Gelb nicht sehen kann“, nennt Jäger ein Beispiel. Oft seien es aber auch kleinere Maßnahmen, die individuell viel bringen. „Wir haben in der Grundschule Altwarmbüchen eine Steckdose über dem Tisch eines Kindes angebracht, damit dieses dort seine spezielle Lampe nutzen kann."

In kaum einer Schule in Isernhagen sind die Bauarbeiter zurzeit nicht aktiv: „Das ist nicht einfach zu terminieren, schließlich muss ja auch die Firma für die Grundreinigung überall durch“, sagt Torsten Hartmann vom Amt für Gebäudewirtschaft. Neben der Barrierefreiheit dürfen sich einige Grundschüler auch auf andere Neuerungen freuen: In der Grundschule Altwarmbüchen hat die Gemeinde in dem heißen Klassenraum an der Südseite im Obergeschoss eine Klimaanlage einbauen lassen. Für den Hausmeister gibt es nach den Ferien eine neue Loge und neue Putzräume. Auch Rektor Karl Runkel musste vor Ferienantritt noch schnell all seine Büromöbel in die Zimmermitte rücken: „Dort wurde jetzt frisch renoviert“, verrät Hartmann. Für die Lehrer in Kirchhorst baut die Gemeinde in den Ferien eine Teeküche ein und für die Hortkinder nebenan ist ein 45.000 Euro teurer Fahrstuhl installiert worden. Barrierefreiheit sei für eine baurechtliche Vorgabe, sagt Hartmann.

Drei Jahre hatte die Gemeinde laut Genehmigung Zeit, den Fahrstuhl nachzurüsten. Und die sind jetzt um. Auf den letzten Drücker wurde die Maßnahme jetzt umgesetzt. Nur die Grundschule in H.B. bleibt in diesen Ferien abgeschlossen – und ist keine Baustelle: „Dort sind wir gut ausgerüstet“, sagt Hartmann.

Carina Bahl

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