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Aus der Unterkunft zur Gemüseernte

Isernhagen Aus der Unterkunft zur Gemüseernte

Die Integrationslotsin Flora Collins lädt eine syrische Familien zum Erlebnistag in ihren Garten ein - quasi als lebensnahen Unterricht und um ihnen Orientierung im deutschen Alltag zu geben.

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Zum Gartenfest bei Flora Collins (rechts) gehört für die Kinder auch die Apfelernte ohne Zuhilfenahme der Hände.

Quelle: PATRICIA CHADDE

Isernhagen. Flora Collins betreut eine syrische Frau bereits seit zwölf Jahren, andere Familien kennt sie erst seit ein paar Wochen. Bis amtliche Integrationsmaßnahmen anlaufen, überbrückt die Altwarmbüchenerin die Zeit mit lebensnahem Unterricht, um Frauen erste Orientierung im deutschen Alltag zu bieten. „Nahrungsmittel sind dabei ein zentrales Thema, das auch richtig Freude machen kann“, sagt Collins. Deshalb hat sie alle Kursteilnehmerinnen und deren Kinder zu einem Erlebnistag in ihren Garten eingeladen. Erst wurde geerntet. Denn in Collins’ kleinem Garten wachsen beachtliche Mengen an Brokkoli, Weinblättern, Tomaten, Gurken, Kohlrabi und Kürbis.

Dann geht es ans Lernen der Begriffe, ans Schnippeln und Zubereiten. Diese leichtfüßige Form, erste Erfahrungen mit der Bandbreite handelsüblicher Lebensmittel wie Brokkoli zu machen, kam gut an. „In Syrien sind Obst und Gemüse wie Mango und Banane im Prinzip zu haben, für Familien aber völlig unbezahlbar“, berichtete eine Teilnehmerin, die Mutter von vier Kindern ist. Deshalb weiß ihr Nachwuchs noch gar nicht, wie Ananas oder Avocados schmecken. Collins, die selbst von den Philippinen stammt, bereitete außerdem ein eigenes Nationalgericht aus ihrer Kindheit zu, sodass die Mittagstafel in Büfettform ebenso lecker wie international gestaltet war. Möglicherweise wird Tofu nicht die zukünftige Lieblingszutat der syrischen Familien, aber natürlich wurde alles probiert.

Kinderspiele wie Zwiebelrennen oder den Apfel nur mithilfe der Zähne von einer Schnur zu bekommen, boten kurzweilige Unterhaltung. Die Atmosphäre des Gartens entspannte: Im Juli ist es dort viel netter als zu sechst auf 50 Quadratmetern in der Flüchtlingsunterkunft. „Ich freue mich, wenn ich Hilfestellung geben kann“, sagte Collins, die zum Erlebnistag auch Nachbarin Silke Dauss und deren Tochter eingeladen hatte. Die lernten unter anderem, dass in Syrien auch mit Iete, Ageur und Bame gekocht wird. Der sommerliche Nachtisch aus Eis und Schoko-Geburtstagskuchen ebnete den Weg zur Einkaufskompetenz in besonders süßer Weise.

Von Patricia Chadde

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