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Bürgermeister sieht Flüchtlingsbetreuer am Limit

Isernhagen Bürgermeister sieht Flüchtlingsbetreuer am Limit

Das Flüchtlingsthema bestimmt auch in Isernhagen zunehmend die Arbeit im Rathaus. Wie viele Menschen erwartet die Verwaltung noch? Wie soll die Unterbringung gelingen? Antworten von Bürgermeister Arpad Bogya (62).

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Die Flüchtlingsfrage beschäftigt Isernhagens CDU-Bürgermeister Arpad Bogya (r.) und das Rathaus zunehmend.

Quelle: Carina Bahl

Isernhagen. Wie viele Flüchtlinge sind aktuell in Isernhagen untergebracht, und wie viele werden für das nächste Jahr erwartet?

Derzeit schwanken die Zahlen um 300, bis Jahresende erwarten wir noch etwa 50 weitere Flüchtlinge. Die Zahlen für 2016 sind noch nicht abzusehen - laut der Prognose können es weitere 300, aber auch 600 werden.

Wie ist die Betreuung der Menschen für die Gemeinde personell zu schaffen?

Zwei Sozialarbeiter kümmern sich schon jetzt um die Flüchtlinge, der dritte wird im Januar beginnen. Unsere Leute fahren am Limit. Wir müssen deshalb auch gucken, ob wir Teile der Betreuung künftig fremdvergeben, möglicherweise mit einem „Rundum-sorglos-Paket“. Mehrere andere Kommunen machen das schon so.

Und wie steht es finanziell?

Für den Übergang haben wir 700 000 Euro zusätzlich als Ausgabe und Zuwendungen in gleicher Höhe in den Haushalt 2016 eingestellt. Spätestens im März wird ein Nachtragshaushalt notwendig werden, der sich nur um das Thema Flüchtlinge drehen wird.

Droht aus Ihrer Sicht eine Überlastung der ehrenamtlich Engagierten?

Unser Helfernetzwerk ist ein Glücksfall. Und wir werden alles tun, damit das Ehrenamt nicht überlastet wird.

Wie steht es mit der Unterbringung der Flüchtlinge?

Wir mieten weiter Wohnungen an, stehen auch in konkreten Verhandlungen über zwei Gewerbeobjekte in Altwarmbüchen. Bei dem einen handelt es sich um ein Bürogebäude, bei dem anderen um eine Halle, die man aufteilen und mit Sanitärcontainern ausstatten müsste.

Sie suchen aber auch Platz für Container oder Unterkünfte in Holzmodulbauweise.

Wir verhandeln über einige dafür geeignete Grundstücke. Dort könnten zusammen 150 bis 200 Menschen untergebracht werden, aber wohl erst in der zweiten Jahreshälfte 2016.

Lässt sich angesichts der Lage die Zusage gegenüber den F.B.ern halten, am Lohner Weg nur ein statt - wie ursprünglich geplant - zwei Häuser als Unterkunft zu bauen?

Es gibt die Zusage, und wir halten sie so lange wie möglich - aber nur bis zu einem gewissen Punkt, der vom Gesamtpaket abhängt. Dieser Punkt ist heute noch völlig unabsehbar. Preiswert ist solch ein fester Bau nicht.

Das Haus am Lohner Weg in F.B. soll bereits im August fertig werden. Für die zweite feste Unterkunft an der Varrelheide in Altwarmbüchen werden aber erst im März die Versorgungsleitungen verlegt. Warum?

Für die Anschlüsse für Kanal, Strom und Gas waren Ausschreibungen laut Vergaberecht nötig. Diese Vorschriften sind nicht gelockert worden. Die Bauzeit der Unterkunft wird etwa acht Monate betragen, was für einen festen Bau extrem kurz ist. Fertig wird die Unterkunft erst zum Jahresende - das ist nicht zu ändern.

Im Rat sagten Sie, man müsse „noch nicht“ an eine Belegung der Turnhallen heran. Wie lange kann die Gemeinde das ausschließen?

Das wissen wir nicht, weil wir die Zahlen für 2016 nicht kennen.

Die Stadt Burgwedel hat ihren „Plan B“ für die mögliche Belegung öffentlicher Einrichtungen publik gemacht. Gibt es auch in Isernhagen einen „Plan B“?

Nein, es gibt keine weiteren Überlegungen, keinen „Plan B“. Ich hätte auch keine Lust, Bürger früher als nötig kopfscheu zu machen. Wir haben relative Ruhe, obwohl das Problem brennend ist.

Von Frank Walter

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