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Flüchtlingsunterkunft bleibt Streitthema

Isernhagen F.B. Flüchtlingsunterkunft bleibt Streitthema

Dutzende Bürger aus F.B. sind am Montagabend dem Aufruf von Bürgermeister Arpad Bogya gefolgt und haben mit der Politik im Sozialausschuss über das Flüchtlingsheim am Lohner Weg diskutiert. Eine Einigung gab es nicht: Die Anwohner fordern mit Nachdruck andere Lösungen, die Politik will dem Vorhaben aber zustimmen.

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Dass das geplante neue Flüchtlingsheim in Isernhagen F.B. umstritten ist, zeigt sich im Sozialausschuss im Zuhörerraum: Dutzende Bürger fordern Alternativen für die Planung am Lohner Weg.

Quelle: Carina Bahl

Isernhagen. „Wir sind nicht ausländerfeindlich. Aber das wird ein Ghetto.“ - „Es ist wie immer: Die Bürger haben nichts zu entscheiden.“ - „Hier sitzt die Mehrheit aus F.B. Das muss Sie doch interessieren.“ - „Warten Sie mal die nächste Wahl ab!“: Was als sachlicher Dialog begann, endete mit solchen Aussagen dann doch hoch emotional.

54 Flüchtlinge sollen laut Planung in der noch zu bauenden Flüchtlingsunterkunft am Lohner Weg in F.B. möglichst Ende des Jahres einziehen. Anwohner hatten ein Flugblatt verteilt, auf dem massiv Kritik an dem Vorhaben geäußert wird und bemängelt, dass F.B. dann viel stärker als andere Ortsteilen von Flüchtlingen betroffen wäre. Gleich mehrere Anwohner bestätigten öffentlich, das bis dato anonyme Flugblatt entworfen zu haben. „Es gab mehrere Treffen und Diskussionsabende. Wir sind uns einig und können Ihnen eine Unterschriftenliste zeigen“, betonte ein Anlieger.

All das ändert aber nichts an den zwei Seiten des Vorhabens, die sich nicht vereinen lassen werden: Die Anwohner fürchten, dass 54 Flüchtlinge an einem Ort nicht zu integrieren sein, dass es zu Problemen wie Müll und Kriminalität kommen könnte. Ängste und Sorgen wurden laut. Gleichzeitig kritisieren sie den kurzen Vorlauf, mit der das Vorhaben öffentlich gemacht wurde und umgesetzt werden soll. „Wir sind vollkommen überrumpelt worden“, kritisierte einer.

"Wir haben keine Alternative mehr"

Auf der anderen Seite stehen Verwaltung und Politik, wie am Montag deutlich wurde: „Wir werden auch überrumpelt“, hielt Anette Heinze (SPD) dagegen: „Die Flüchtlinge stehen vor dem Rathaus und müssen untergebracht werden.“ Etwa 200 Flüchtlinge leben bereits in der Gemeinde, für 120 werden in nächster Zeit weitere Plätze benötigt.

„Wir haben keine Alternative mehr“, appellierte Bogya an das Verständnis der F.B.er. Die Nutzung von Privatwohnungen sei ausgeschöpft. Die Fläche in F.B. sei etwas Besonderes: Im dortigen Mischgebiet lasse sich das Vorhaben schnell und ohne eine zeitintensive Bebauungsplanänderung realisieren. „Ich will keine Container einkaufen und keine Turnhallen schließen müssen. 54 ist massiv, das wissen wir. Aber wir werden eine Betreuung mit einem Sozialarbeiter garantieren“, versprach Bogya. „Und wenn Sie alternative Grundstücke oder Unterkünfte wissen, dann kommen Sie ins Rathaus, und wir prüfen das.“ Dem Vorschlag, leerstehende Häuser aufzukaufen, erteilte der Bürgermeister eine klare Absage: „Das ist zu teuer. Den Neubau jetzt zahlen wir nicht: Das macht ein Investor, wir mieten nur die Wohnungen.“

Die Politik sprach sich geschlossen für das Vorhaben aus: „Wir sind uns einig, dass kleinere Einheiten besser wären“, sagte Christiane Müller-Koenig (Grüne). „Aber angesichts des Zeitdrucks ist das die einzige Lösung, um schnell genug reagieren zu können.“ Auch wenn man es mit so einer Entscheidung leider nicht allen Bürgern recht machen könne.

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