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Auf vielen Wegen zur ruhigen Straße

Isernhagen H.B. Auf vielen Wegen zur ruhigen Straße

Der starke Verkehr durch Isernhagen H.B. ärgert viele Bürger. Der Ortsrat war sich am Donnerstagabend einig: Die Verwaltung soll alles prüfen, was für Entspannung sorgen könnte. So wie jetzt sei die Belastung „nicht mehr akzeptabel“.

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Eine der neuen Querungshilfen soll auf der Burgwedeler Straße an der Einmündung der Straße An der Beeke entstehen.

Quelle: Frank Walter

Isernhagen H.B.. Verkehrszählung: Zweimal hat die Gemeinde den Verkehr auf der Burgwedeler Straße erfasst. Täglich nutzen rund 10 000 Fahrzeuge die L 381, darunter 1200 Transporter und fast 700 Lastwagen. Nachts herrscht wenig Verkehr, von 22 bis 6 Uhr wurden 600 Fahrzeuge notiert. Das spitzenbereinigte Durchschnittstempo lag bei „nur“ 55 Kilometern pro Stunde – was nach Meinung von Bürgern an der Messstelle kurz hinter einer Kurve lag.

Schwerlastverkehr: Der kompletten Sperrung der Ortsdurchfahrt für den Schwerlastverkehr, wie sie sich viele wünschen würden, hat das Land eine klare Absage erteilt. Die L 381 wird als Umleitungsstrecke für die Autobahnen benötigt. Vom Tisch ist laut Verwaltung auch der Bau einer Umgehungsstraße.

Neue Fahrbahn: Das Land als Straßenbaulastträger will die L 381 sanieren und einen Verkehrskreisel an der Einmündung L 381/Reuterdamm in N.B. bauen. Der genaue Zeitplan ist noch offen – ebenso, wie umfangreich die Sanierung werden muss und wie viele Monate Autofahrer und Anlieger mit Einschränkungen rechnen müssen.

Fußgänger: Der Ortsrat fordert weitere Querungshilfen in Höhe Bahnhofstraße, An der Beeke und im Bereich Florus/Reitverein. Zu Stoßzeiten sei das Überqueren der L 381 wegen des starken Verkehrs sonst kaum möglich. Die Gemeinde favorisiert Bedarfsampeln wie am Haselhöfer Vorfeld. Zebrastreifen sind nachts taghell zu beleuchten, was hohe Folgekosten verursacht. Die dritte Alternative – Mittelinseln wie an der Straße Auf der Heide – bezeichneten Zuhörer im Ortsrat als „lebensgefährlich“.

Fahrradschutzstreifen: Den bislang geplanten Schutzstreifen am Fahrbahnrand der Ortsdurchfahrt von F.B über K.B., N.B. und H.B. in Richtung Großburgwedel lehnen viele Bürger und Politiker als zu gefährlich ab. Ob es Alternativen für die Radfahrer-Führung durch das „Hufeisen“ gibt, soll am 23.  März hinter verschlossenen Türen diskutiert werden. Weil das Land (für die L 381) und die Region (für die K 113) als Straßenbaulastträger involviert sind, setzt sich die Gemeinde mit beiden zusammen.

Modellversuch Tempo 30: Die Gemeinde wird sich für die L 381 um eine Teilnahme am Modellprojekt „Tempo 30 in Niedersachsen“ bewerben – die Grünen hatten den Vorschlag gemacht, die Verwaltung hat dies jetzt beschlossen. Das Land will herausfinden, wie sich Tempo 30 auf Aspekte wie Luftreinhaltung, Lärmschutz, Verkehrsfluss und -sicherheit auswirkt. „Diese Straße ist prädestiniert dafür“, ist Ordnungsamtsleiter Michael Niederhausen überzeugt. Angelegt ist das Projekt auf drei Jahre, sonst ist noch vieles unklar – zum Beispiel, ob Tempo 30 dann nur nachts oder sogar ganztägig gelten würde. Darüber, welche der beiden Varianten erstrebenswert ist, sind sich Politiker und Bürger nicht einig. Tempo 30 tagsüber könnte auch eine „Auto-Karawane“ zur Folge haben.

Blitzer: Voraussichtlich im April oder Mai wird die Verwaltung der Politik darlegen, was stationäre Blitzanlagen in der Anschaffung und im Betrieb kosten. Angedacht sind bis zu vier Säulen des Modells, das auch in Isernhagen-Süd und Fuhrberg steht. Die enthaltene Technik, die dann hin und her gewechselt würde, sei sehr flexibel, so Ordnungsamtsleiter Niederhausen: Falls beispielsweise nachts nur für Lastwagen Tempo 30 angeordnet werden sollte, „kann das Gerät das auch kontrollieren“.

Gespräch in Burgwedel: Mit den Unternehmen Rossmann und Fiege soll die Gemeinde erörtern, wie sich deren Schwerlastverkehr durch H.B. reduzieren lässt.

Platz für
 Boule und
 Sprayer?

Eine Boule-Bahn für die Älteren in zentraler Lage, eine legale Graffiti-Fläche für die Jugend an der Bahnhofstraße – der Ortsrat hat sich in seiner Sitzung auch mit neuen Freizeitmöglichkeiten in Isernhagen H.B. befasst.

Dass auf dem Gelände der ehemaligen Färberei Bode in einigen Jahren ein neues Baugebiet entstehen soll und dafür die Gebäude abgerissen werden, hat den Blick von Heike Schünemann-Bagusch (Grüne) auf das Areal an der Bahnhofstraße gelenkt. Man könne doch die Gewerbehallen zwischendurch als legale Graffiti-Flächen freigeben und so die Jugend kreativ fördern, schlug sie vor. Die Gemeinde soll das nun prüfen – wobei das Bode-Gelände in Privatbesitz ist und offen ist, wie die Haftung bei Unfällen der Sprayer aussehen könnte.

Boule-Plätze gibt es bereits am Hufeisensee. Bürger wünschten sich jedoch eine Anlage zentral im Ort, sagte Schünemann-Bagusch. Da es an zentral gelegenen Flächen in Gemeindebesitz mangelt, will man nun das Voltmers-Hof-Betreiberpaar ansprechen – dort hatte es vor Jahren einmal eine Boule-Bahn gegeben. Den Einwurf von Ariana Vorhang (CDU), dass doch auch die Grundschule über so etwas verfüge, beantwortete Ortsbürgermeister Simon Müller (CDU) trocken: „Das ist die Weitsprunganlage.“

Von Frank Walter

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