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Gasthaus wird abgerissen und neu aufgebaut

Isernhagen Gasthaus wird abgerissen und neu aufgebaut

Kommt alles wie geplant, werden die H.B.er ab dem Frühjahr 2018 rund ein Dreivierteljahrauf die Dorfgaststätte Voltmers Hof verzichten müssen: Das komplette Gasthaus soll abgerissen und nur in Teilen wieder neu aufgebaut werden. Der Saal wird dann Geschichte sein. Stattdessen sollen bis zu 15 barrierefreie Wohnungen entstehen.

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Wirt Helmut Siebert will seniorengerechte Wohnungen auf seinem Grundstück realisieren.

Quelle: Frank Walter

Isernhagen H.B.. „Das, was wir vorn verdienen, stecken wir hinten wieder rein“, sagt Gastwirt Helmut Siebert und blickt in Richtung des Saals, wo die Tische gerade für eine Hochzeitsgesellschaft eingedeckt sind. Der große Raum ist zwar deutlich jüngeren Jahrgangs als das 1871 errichtete Fachwerkhaus, das die Traditionsgaststätte beherbergt. Doch die vergangenen 55 Jahre haben dennoch ihre Spuren hinterlassen: „Der Saal ist schlecht gedämmt, die Heizkosten sind zu hoch, und das Dach hat schon eine Delle“, listet der 63-Jährige auf. Und auch wenn der Saal schon Tausende Familienfeiern und Vereinsversammlungen gesehen hat und dort regelmäßig der Ortsrat tagt – in einer Zeit, da andere Gastronomen Hochzeits-Komplettangebote für 45 Euro pro Gast anböten, werde der Saal für bis zu 120 Personen immer seltener genutzt. „Es rentiert sich einfach nicht mehr. Es muss was passieren“, sagt Siebrecht.

Und das soll es auch: Ein Investor will das Grundstück erwerben und dort bis zu 15 barrierefreie Wohnungen errichten. Dafür sollen das zur Burgwedeler Straße gelegene Gasthaus, der rückwärtige Saal samt benachbartem Lager und auch das Backhaus am Parkplatz abgerissen werden. In den vorderen Teil des Neubau-Erdgeschosses soll dann die Gaststätte zurückkehren – mit originalgetreu aufgebauter Hülle samt Fachwerk und einem Gastraum in gleicher Größe, aber ohne neuen Saal. Die Küche soll in einem 60 Quadratmeter großen Anbau unterkommen. Im Rest des Gebäudes mit drei Etagen sind bis zu 13 per Fahrstuhl erschlossene barrierefreie Wohnungen geplant. Vier sind für den Eigenbedarf geplant, die anderen sollen vermietet beziehungsweise verkauft werden. Zwei weitere Wohnungen sollen in einem separaten Gebäude an der Stelle des heutigen Backhauses entstehen. Alle nicht selbst genutzten Appartements sollen in Zusammenarbeit mit einer Sozialstation für betreutes Wohnen genutzt werden.

Helmut Siebert, dessen Sohn in einigen Jahren in seine Fußstapfen als Gastwirt treten soll, ist vom Konzept überzeugt: „Die Leute wollen doch im Alter hier wohnen bleiben“, sagt er. Und tatsächlich ließ sich eine ältere Frau, nachdem Siebert und sein Architekt die Pläne am Donnerstagabend im Ortsrat vorgestellt hatten, gleich eine der Wohnungen reservieren. Ob der Neubau allerdings, wie von den Wirtsleuten und dem Investor gewünscht, tatsächlich mit zwei Voll- und einem Dachgeschoss verwirklicht werden darf, steht noch in den Sternen. Denn laut der Stellungnahme der Gemeindeverwaltung sind baurechtlich nur im vorderen Bereich zwei Vollgeschosse erlaubt, hinten dagegen nur eines. Sie befürchtet eine deutliche bauliche Verdichtung und einen Präzedenzfall, der Begehrlichkeiten für Nachbargrundstücke wecken könnte. Der Ortsrat stimmte dennoch dafür, das zum Antrag auf Bauvorbescheid das Einvernehmen zu erteilen. Ob das die Politiker im Bauausschuss genauso sehen, bleibt abzuwarten.

Von seinen Plänen lassen will Siebert aber auf keinen Fall: Zur Not baue man nur ein Voll- und das Dachgeschoss. „Dann werden es halt nur elf Wohnungen.“

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