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Fluxx: Notfalllösung für Familien steht

Isernhagen Fluxx: Notfalllösung für Familien steht

Isernhagen ist ab Oktober offiziell „Fluxx-Partner-Kommune“ – und sichert Familien in der Gemeinde damit eine Notfallbetreuung für deren Kinder und pflegebedürftigen Angehörigen rund um die Uhr.

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Sabine Schrader übergibt Bürgermeister Arpad Bogya das Fluxx-Firmenschild. Die Gemeinde ist damit sowohl als Unternehmen wie auch als Kommune im Projekt vertreten.

Quelle: Carina Bahl

Isernhagen. Mit den SOS-Müttern hatte die Gemeinde bereits 2007 eine wichtige Hilfe geschaffen, um Eltern im Notfall eine Betreuung zu organisieren. Da diese allerdings am nun aufgelösten Eltern-Kind-Treff Isernhagen angegliedert waren, galt es, schnell eine Alternative zu finden. „Exorbitant“, beschreibt Isernhagens Erster Gemeinderat Frank Niemeier den Zuzug von Kindern und jungen Familien nach Isernhagen. Umso mehr sah sich die Gemeinde jetzt in der Pflicht, schnell andere Notfalllösungen bei Betreuungsengpässen vorhalten zu können.

Diese Lösung heißt nun Fluxx – eine Initiative der Stadt und Region Hannover. Unter der zentralen Telefonnummer (05 11) 16 83 21 10 können sich Interessierte rund um die Uhr eine Fachkraft organisieren, die für die Betreuung ihrer Kinder oder pflegebedürftiger Angehöriger im Haushalt einspringt – im Krankheitsfall, wenn es auf der Arbeit ausnahmsweise länger dauert oder „die Familie einmal nicht die Familie auffangen kann“, wie Isernhagens Gleichstellungsbeauftragte Azadeh Weinrich-Kroll es beschreibt.

20 Ehrenamtliche finden sich bereits im Pool von Fluxx. „80 Prozent davon sind Erzieherinnen im Ruhestand“, erklärt Fluxx-Koordinatorin Sabine Schrader die hohe Qualifikation der Ehrenamtlichen. Der Name Fluxx stehe einmal für das altdeutsche „flugs“, andererseits für flexibel: „Wir haben auch schon bei einem Konzert Backstage für die Betreuung des Kindes der Sängerin gesorgt“, erzählt Schrader aus den ersten zwei Projekt-Jahren. 135 Einsätze hatte Fluxx seit 2014, rund 750 Mal wurde die Notfallnummer gewählt. „Den Großteil unserer Arbeit nimmt die Beratung der Eltern ein“, sagt Schrader. Viele wüssten gar nicht, welche Angebote außerhalb von Fluxx bestehen – zum Beispiel in den Sommerferien.

Das Fluxx-System selbst ist denkbar einfach: Im Notfall können Familien sich unter der genannten Telefonnummer melden – diese ist täglich von 6 bis 21 Uhr besetzt, außerhalb dieser Zeit landen die Anrufer bei der Leitstelle der Feuerwehr. „Die sind dort in Fluxx geschult und nehmen alle Daten auf, die dann morgens abgearbeitet werden“, sagt Schrader. Die Betreuung kostet für Isernhagener dank der Kooperation pro Stunde nur 5 Euro – wer bei der Gemeinde angestellt ist, zahlt sogar nur 3 Euro. Um das Fluxx-Angebot nutzen zu können, zahlt die Gemeinde jährlich rund 2500 Euro – berechnet nach den unter-Zehnjährigen in Isernhagen. Die Gemeinde ist in der Region nach Wunstorf erst die zweite Kommune, die sich an dem Projekt beteiligt. Auch Unternehmen können sich das Betreuungs-Sicherheitsnetz für ihre Mitarbeiter sichern. Das Regionsklinikum und die Polizeidirektion Hannover sind beispielsweise mit dabei.

Das Projekt ist vorerst bis 2019 ausgelegt, die Gemeinde denkt aber schon weiter: „Fluxx bildet auch neue Betreuungspersonen aus und weiter“, betont Weinrich-Kroll. Wer daran Interesse hat, sollte sich per E-Mail an gleichstellungsbeauftragte@isernhagen.de melden. „Wenn Fluxx dann nicht mehr greift, können wir mit diesen Personen vielleicht auf Gemeindeebene wieder etwas Eigenes organisieren.“ Alle Informationen gibt es auf isernhagen.de.

Von Carina Bahl

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