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Neuer DRK-Chef setzt auf Generationen-Mix

Isernhagen N.B. Neuer DRK-Chef setzt auf Generationen-Mix

Stabwechsel beim Deutschen Roten Kreuz: Thorsten Eichenauer ist neuer DRK-Chef in Isernhagen. Der Großburgwedeler löst nach 18 Jahren Ortrud Schneider ab.

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Thorsten Eichenauer (links) ist der neue DRK-Chef in Isernhagen. Werner Rusche von DRK-Region Hannover gratuliert ihm zum Amtsantritt.h

Quelle: Jarolim-Vormeier

Isernhagen N.B.. Weil weit und breit kein Nachfolger für sie in Sicht war, hatte Schneider die Jahresversammlung im März absagen müssen. Aber zum Glück las Thorsten Eichenauer in der Nordhannoverschen über die Vakanz und signaliserte seine Bereitschaft, den 991 Mitglieder starken DRK-Ortsverein zu leiten. Dazu sagten die Rotkreuzler am Freitagabend im Gasthaus Dehne ohne eine einzige Gegenstimme Ja.

Der 67-Jährige ist erst einen Monat vor seiner Wahl dem DRK beigetreten. „Ich kenne die Strukturen noch nicht“, räumte der gebürtige Hannoveraner in seiner Antrittsrede freimütig ein. Er sei deshalb auf die Hilfe des Vorstandes angewiesen. Der Seiteneinsteiger betonte, dass er keinesfalls mehrere Jahre dem Ortsverein vorstehen möchte. Als oberstes Ziel nannte der Jurist, jüngere Menschen zu finden, die bereit sind, sich beim DRK zu engagieren: „Einen Generations-Mix halte ich für ganz wichtig.“ Im Augenblick seien acht von zehn Vorstandsmitgliedern älter als 62 Jahre.

Seit 1963 lebt Eichenauer in Großburgwedel. Mehr als drei Jahrzehnte war er im niedersächsischen Finanzministerium tätig. Dort vertrat er bis zur Pensionierung die Interessen der Schwerbehinderten. Vorher war er im Bereich des Bundesrates und für den Haushalt verantwortlich. Neu ist die Verbandsarbeit für den promovierten Juristen nicht. Zehn Jahre lang leitete er den Landesverband der Deutschen Steuergewerkschaft. Erst im September gab er den Posten an einen 41-Jährigen ab. Zudem engagierte er sich in seiner Lieblingsurlaubsregion im Schwarzwaldverein, organisierte 15 Jahre lang Fahrten nach Norddeutschland. Als Nachfolger von Ortrud Schneider „trete ich in große Fußstapfen, sagte der Neue, der hofft, „diese ein wenig auszufüllen“.

Ortrud Schneider beibt an Bord - aber nicht mehr an vorderster Front

Souverän hat Ortrud Schneider ihre letzte Jahresversammlung geleitet. Für ihren unermüdlichen Einsatz beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) wurde die scheidende Chefin des Ortsvereins von mehreren Rednern gelobt. Das war der 59-Jährigen der „Lobhudelei“ zu viel. „Nur auf die Arbeit kommt es an“, betonte Schneider. Bürgermeister Arpad Bogya hob in seiner Dankesrede die unkomplizierte und verlässliche Zusammenarbeit mit Schneider hervor.

„Du hast eine hervorragende Rotkreuzarbeit geleistet“, lobte Werner Rusche, Präsidiumsmitglied DRK-Region Hannover. Und damit nicht genug: Schneider war von 2008 bis 2012 auch Vizepräsidentin in der Region, Mitglied im Präsidialausschuss und im Fachausschuss für die DRK-Ortsvereine. „In beiden Gremien warst du sehr aktiv. Deine Meinung ist uns sehr wichtig gewesen“, äußerte Rusche anerkennend. Seit 1980 ist Schneider im DRK aktiv. Bis die Finanzwirtin 1998 Vorsitzende in Isernhagen wurde, engagierte sie sich in der Bereitschaft, der Jugend- und Seniorenarbeit sowie in der Kleiderkammer. Im früheren DRK-Kreisverband Burgdorf war sie stellvertretende Vorsitzende, später gehörte sie dem geschäftsführenden Vorstand des damaligen DRK-Kreisverbands Hannover-Land/Springe an.

Dass das DRK Isernhagen heute fast 1000 Mitglieder zählt, gilt als Schneiders Verdienst – als sie den Vorsitz übernahm, waren es lediglich 350. „Nun möchte ich kürzer treten“, sagt die 59-Jährige. Vieles sei liegen geblieben. Mehr um ihren Garten und ihr Haus wolle sie sich kümmern. Wenn aber Hilfe benötigt werde, etwa beim Weihnachtsmarkt an der St. Marienkirche, will sie auch weiterhin helfen – aber eben nicht mehr wie bisher an vorderster Front.

Bilanz 2015: Ein sozialer DRK-Ortsverein

Die Aufgabenpalette ist vielfältig: Zusätzlich zu den 4804 Dienststunden, die 29 Aktive 2015 in der DRK-Bereitschaft leisteten, wurde ehrenamtliches Engagement in die Kleiderkammer, in Seniorennachmittage und den Schulsanitätsdienst, die Flüchtlingsbetreuung, das Jugendrotkreuz, Blutspenden und den Weihnachtsmarkt investiert.

Unter Schneider hat das DRK sein soziales Profil geschärft. 2015 wurden einmal mehr 83 Weihnachtspakete für sozial schwache Isernhagener gepackt. „400 Flüchtlingsfamilien erhielten von uns Kleidung, Handtücher, Bettwäsche, Haushaltsgegenstände, Spielsachen und Schulutensilien“, bilanzierte sie in ihrem letzten Jahresbericht. In der Realschule werden aktuell 25 Schüler zu Sanitätern ausgebildet.

„Mehr helfende Hände“ wünschte die scheidende Vorsitzende sich zum Schluss. Hätten für die Blutspendetermine und die Kaffeestube beim Weihnachtsmarkt vor Jahren noch 85 Helfer bereit gestanden, seien es heute leider nur noch 50.

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Blumen und ein Präsent hat Isernhagens alter und neuer zweiter DRK-Vorsitzender Karl Zimmermann für Ortrud Schneider.

Quelle: Jarolim-Vormeier.

Von Katerina jarolim-vormeier

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