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Katzen-Rettung hat ihren Preis

Isernhagen Katzen-Rettung hat ihren Preis

Im Notfall kommt die Feuerwehr: Das stimmt. Aber nicht jeder Notfall ist eine Pflichtaufgabe, die die Feuerwehr gratis erfüllt. Für vieles fallen Gebühren an. Mehr als 120.000 Euro hat die Gemeinde so seit 2010 abrechnen können.

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Für das Beseitigen umgestürzter Bäume, das Abstreuen von Ölspuren nach Unfällen und die Rettung von Tieren darf die Gemeinde aber Gebühren verlangen. Diese Hilfe leistet die Feuerwehr freiwillig.

Quelle: Archiv

Isernhagen. Die Sirenen heulen, Feuerwehrleute verlassen ihre Arbeitsstelle oder die Familie, und am Ende war es doch nur ein Fehlalarm, ausgelöst durch eine defekte Brandmeldeanlage. „So etwas ist ärgerlich“, bringt es Isernhagens Ordnungsamtleiter Manfred Grieger auf den Punkt. Für die Gemeinde bedeutet ein Fehlalarm aber auch eine Einnahmequelle: „Wir rechnen alles ab“, betont Grieger.

Zwar sei die Feuerwehr verpflichtet auszurücken bei Verdacht auf einen Brand oder wenn Menschen in Gefahr sind. Die Kommune könne bei einem Fehlalarm aber durchaus die Kosten in Rechnung stellen: „Da kommen schnell mehrere Hundert Euro zusammen“, weiß Grieger aus Erfahrung. Bei mehr als 40 Gewerbebetrieben in Isernhagen ist ein Fehlalarm zudem nichts Seltenes - allein die Feuerwehr Altwarmbüchen hatte schon zehn Vorfälle dieser Art seit Jahresbeginn.

Zu diesen Pflichtaufgaben, die „kostenersatzpflichtig“ sind, zählen neben Fehlalarmen auch Brandsicherheitswachen bei Veranstaltungen, Nachbarschaftshilfe und von der Feuerwehr erbrachte Leistungen bei Unglücksfällen, wenn Menschen nicht in Gefahr sind. „Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn die Feuerwehr nach einem Unfall die Betriebsstoffe abstreuen muss“, erklärt Grieger.Was viele Bürger nicht wissen, ist, dass viele Aufgaben, die die Feuerwehr jährlich ableistet, freiwillig sind - und dass die Gemeinde diese abrechnet. Ein Klassiker dabei ist das Auspumpen vollgelaufener Keller: „Das könnte auch jeder selbst mit einer Pumpe machen“, erläutert der Ordnungsamtleiter. Auch die Katze vom Baum und andere Tierrettungen gibt es nicht gratis. Wenn die Feuerwehr alarmiert wird, kommt sie. „Am Telefon werden die Anrufer aber darauf hingewiesen, dass das keine Pflichtaufgabe ist, sondern Gebühren kostet“, sagt Grieger. Gleiches gilt auch für das Öffnen von Türen und das Fällen oder Beseitigen von Bäumen.

Seit 2010 hat die Gemeinde Isernhagen so insgesamt 122718 Euro für kosten- und gebührenpflichtige Einsätze ihrer acht Feuerwehren abgerechnet. Allenfalls ein Tropfen auf dem heißen Stein: Immerhin kostet die Ausstattung und Unterhaltung ihrer Feuerwehren die Kommune jährlich mehrere Hunderttausend Euro.

Von Carina Bahl

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