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Boxen zu klein: Region dringt auf Umbau

Kirchhorst Boxen zu klein: Region dringt auf Umbau

Weil Veterinäre festgestellt haben, dass mehrere Pferdeboxen zu klein sind, hat der Reitverein Kirchhorst ein Problem. Das Thema könnte auch andere Höfe betreffen.

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Die Kirchhorster Reitverein-Vorsitzende Renate Vogelgesang steht in einer der großen Boxen, für die bereits die Trennwand zwischen zwei kleineren Boxen beseitigt wurde.

Quelle: Frank Walter

Isernhagen. Über den Anlass für die Kontrolle sind Renate Vogelgesang als Vorsitzende des Reitvereins Kirchhorst - Stadtgut Stelle und ihr Stellvertreter Peter Hofmann stinksauer, war es doch eine anonyme Anzeige, die das Team Veterinärwesen nach Kirchhorst lotste. Als „feige“, „bösartig“ und „Schlag in die Magengrube“ sehen die Vereinsverantwortlichen die Anzeige. Sie vermuten ein ehemaliges Mitglied dahinter.

Die Regionsmitarbeiter gingen gründlich vor: Sie begutachteten die Tiere, kontrollierten Pferdepässe und Arzneimittelanwendungen und nahmen alle Ställe und Weiden in Augenschein. Detaillierte Angaben zu den Ergebnissen wollte die Region mit Hinweis auf den Datenschutz nicht machen. Während gerade die großflächigen Weiden in Kirchhorst vorbildlich sein dürften, gab es an anderer Stelle Beanstandungen, wie auch die Vereinsverantwortlichen einräumen: Einige Boxen auf der Anlage am Ortsausgang in Richtung Burgdorf sind zu klein.

Das dürfte auch viele andere Pferdehofbetreiber in der Region hellhörig machen. „Wir haben ein Problem, wie wohl alle Traditionsvereine“, sagt Vogelgesang und ist überzeugt, dass auch andere Pferdehaltungen in älteren Anlagen nicht den Anforderungen entsprechen. Laut der Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtpunkten berechnet sich die Mindestboxengröße nach der Widerristhöhe (Wh) der Pferde. Es gilt die Formel: 2 x Wh^2 - so kommen als Mindestanforderung schnell zehn Quadratmeter und mehr zusammen. Lange galt ein Maß von drei mal drei Metern, also neun Quadratmetern, als Standard.

In Kirchhorst müssten zwei Stallgebäude beispielsweise so umgebaut werden, dass aus sieben sechs und aus 16 dann 14 entsprechend größere Boxen würden. Weitere Vorschriften gibt es zu Seitenlängen und auch der Höhe der Boxen - was in einem ehemaligen Schweinestall auf dem Stadtgut Stelle Probleme bereitet. Weil an der zu niedrigen Decke die tragende Konstruktion kaum verändert werden kann, muss der Verein eventuell den Boden abtragen, um die Pferde korrekt unterzubringen. Bis Monatsende will die Region Umbaupläne sehen.

Machbar ist vieles, aber für einen Verein auch finanzierbar? „Den Pferden geht es hier wirklich gut“, sagt Vogelgesang. Alle Tiere kämen das ganze Jahr über den halben Tag ins Freie, alle Boxen verfügten über Außenfenster. Doch spätestens, wenn tragende Wände beseitigt werden müssten, spreche man schnell über horrende Summen. „Der Reitsport muss auch bezahlbar bleiben“, sagt Hofmann. Und man könne langjährigen Mitgliedern doch auch nicht einfach kündigen, weil die Zahl der Boxen reduziert werden muss.

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