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St. Nikolai-Gemeinde gegen Barock-Rückkehr

Kirchhorst St. Nikolai-Gemeinde gegen Barock-Rückkehr

Der Kirchenvorstand hatte Sorgen, es könnte ein knappes Umfrage-Votum werden. Aber es ist ganz anders gekommen: 84 Prozent der Mitglieder der Kirchhorster St.-Nikolai-Gemeinde sind gegen die Rückkehr des Barockaltars in den so prachtvoll restaurierten Altarraum ihrer Kirche.

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Dieser freundliche Eindruck des restaurierten Altarraums mit Weidenkreuz statt Barockaufsatz auf dem Altar hat die Kirchhorster überzeugt.

Quelle: Martin Lauber

Isernhagen. Es werde Licht: Das war das Aha-Erlebnis, als zu Beginn des Jahres der mächtige dunkle Altaraufsatz aus dem Jahr 1678 mit der alles dominierenden Kreuzigungsszene für die Sanierung der Decken- und Wandmalereien seinen Platz räumen musste - und den Blick freigab auf das dahinter liegende farbige Glasfenster mit dem segnenden Jesus. Viele erlebten ihre Kirche neu: heller, freundlicher, sogar „magic“ (magisch), wie später in der Umfrage kommentiert wurde.

Nicht zuletzt die Konfirmanden mit ihrer Bitte, den barocken Aufsatz zumindest nicht vor ihrer Konfirmation wieder aufzusetzen, hatten offenbar gemacht: Hier besteht Handlungs- und Entscheidungsbedarf.

Der Kirchenvorstand entschied, mit dieser Gestaltungsfrage, die auch persönliche Gefühle ebenso berührt wie die Dorfgeschichte, die ganze Gemeinde, ja das ganze Dorf zu konfrontieren. Alt oder neu? Fünf Wochen lang lagen in der täglich geöffneten Kirche die Fragebögen aus. Und auch den Massenandrang beim Zehntfest nutzten die Kirchenvorsteher, um zu informieren und auf die Umfrage hinzuweisen.

Jetzt steht das Ergebnis fest - die Kirchenvorstandsvorsitzenden Klaus Gutsch als Befürworter der „alten“ Lösung und Pastor Jens Seliger, Verfechter einer neuen Platzierung des barocken Altars, haben die Fragebögen gemeinsam ausgewertet. 484 Menschen, die den Bogen ausgefüllt haben, sprachen sich für den neuen freien Blick im Altarraum aus, 166 plädierten dafür, dem Altaraufsatz seinen alten Platz wiederzugeben: 74:25 Prozent. Sogar noch deutlicher ist mit 84 Prozent der Wunsch nach Veränderung unter den Gemeindemitgliedern von St. Nikolai ausgeprägt.

Die „Neu“-Befürworter waren auch kommentierfreudiger. „Das Pfingstfenster löst eine Riesenfreude aus“, oder: „Ich wurde hier konfirmiert und habe hier geheiratet und finde es so viel schöner und größer.“ Solche Stimmen auch älterer Geburtsjahrgänge haben Klaus Gutsch beeindruckt. Seine „Niederlage“ sportlich zu nehmen, fällt ihm nicht schwer, bei soviel für Zustimmung für die „Neu“-Position: „freundlich“, „heller“, „nicht so bedrückend“. „Dunkel war gestern“ - so lautete einer der jugendlichen Kommentare. Pastor Seliger kann das nachvollziehen: „Ich möchte, dass junge Leute das Gefühl haben: Hier bin ich Gott ein Stück näher“, sagt er.

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