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Verkehrt herum durchs ganze Autobahnkreuz

Kirchhorst Verkehrt herum durchs ganze Autobahnkreuz

Weil es früh morgens passierte und dank des geringen Verkehrsaufkommens keine akute Unfallgefahr bestand, ist das Gerichtsverfahren gegen einen Berliner eingestellt worden. Der Mann hatte im Dezember das komplette Autobahnkreuz Kirchhorst durchfahren - als Geisterfahrer im Gegenverkehr.

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Das Verfahren gegen einen Geisterfahrer vor dem Amtsgericht Burgwedel ist eingestellt worden.

Quelle: Martin Lauber

Isernhagen. Wie der Berliner es geschafft hatte, am Morgen des 21. Dezember zum Geisterfahrer zu werden, das konnte er im Saal des Amtsgerichts Burgwedel auch nicht mehr rekonstruieren. Er hatte in Hannover gegen 4.30 Uhr Gemüse geladen und war mit seinem roten Kastenwagen auf der Autobahn 37 gelandet - beim Wechsel auf die A 7 ging etwas schief. „Ich habe einfach nicht gemerkt, dass ich falsch aufgefahren bin“, erklärte der Angeklagte. Erst als ihm auf der Autobahn Lichter entgegenkamen, habe er realisiert, was passiert war. „Ich habe sofort das Warnblinklicht angeschaltet und bin an die Seite gefahren.“ Als Autos ihn „umrundet“ hatten, wendete der Mann schließlich.

Zeuge dieser Geisterfahrt wurde eine Rettungswagenbesatzung aus Lehrte. „Wir waren auf dem Rückweg vom Krankenhaus Großburgwedel auf der A 7 in Richtung Kassel“, schilderte ein Sanitäter. „Und dann sahen wir auf einmal die Lichter im Autobahnkreuz.“ Kaum zu glauben: Der Berliner habe sämtliche Ohren des Kreuzes in falscher Richtung befahren. Eng sei es erst geworden, als der Geisterfahrer verkehrt herum auf die A 7 in Richtung Hamburg auffuhr: „Da kamen ihm zwei Autos entgegen. Hätten die nicht gebremst, hätte es geknallt.“ Seine Kollegin ergänzte allerdings: „Es war keine Vollbremsung. Die beiden Autofahrer konnten den Wagen sicher umfahren.“

Allein dieser Tatsache ist es geschuldet, dass das Verfahren gegen den Berliner gegen eine Zahlung von 200 Euro eingestellt wurde. „Das Gericht kann Sie nur für eine Straßenverkehrsgefährdung verurteilen, wenn es einen konkreten Beinahe-Unfall gegeben hätte“, erklärte Amtsrichter Michael Siebrecht. Dass es auf der kilometerlangen Irrfahrt - die mit Blaulicht-Begleitung der Autobahnpolizei endete - keine solche brenzlige Situation gegeben habe, sei reines Glück gewesen.

Von Carina Bahl

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