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Kirchhorst verliert „Maikäfer“

Kirchhorst Kirchhorst verliert „Maikäfer“

Die Laienspieler Stelle sind „erschüttert“, für den Männerchor Kirchhorst ist es „ganz schlimm“: Zum Jahresende ist Schluss im „Maikäfer“, Kirchhorst verliert seine letzte Gastwirtschaft. Die Wirtsleute Beata und Mieczyslow Marczynski haben den Pachtvertrag gekündigt, sie wollen sich künftig auf ihr Gästehaus Müller konzentrieren.

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Die Gastwirtschaft Maikäfer in Kirchhorst.

Quelle: Frank Walter

Isernhagen. Seit 1922 ist das Gasthaus Zum Maikäfer Anlaufpunkt für viele im Dorf. Der Ortsrat tagt dort regelmäßig. Fast 90 Jahre ist der „Maikäfer“ Vereinslokal des Männerchores, 1948 wurde die Laienspielgruppe Stelle im traditionsreichen Saal gegründet.

Doch das alles gehört bald der Vergangenheit an. Die Wirtsleute Beata und Mieczyslow Marczynski haben den Pachtvertrag mit Eigentümer Frank Jasiek nach rund 20 Jahren fristgerecht zu Ende Dezember gekündigt, sie wollen sich künftig auf ihr Gästehaus Müller konzentrieren. „Der ,Maikäfer‘ müsste modernisiert werden, so läuft es trotz des guten Essens nicht. Heute ist auch das Ambiente wichtig“, sagt Beata Marczynski. Einfache Fremdenzimmer mit Dusche und Toilette auf dem Flur, Schankraum und Saal mit dem Charme vergangener Zeiten, hohe Heizkosten, ohne dass es richtig warm wird, eine Kegelbahn, die längst nicht mehr so viele Nutzer lockt wie vor 15 Jahren: „Manchen Monat muss das Gästehaus den ,Maikäfer‘ mittragen“, gewährt die Wirtin Einblick ins Finanzielle.

Doch eine grundlegende Renovierung des „Maikäfer“, die ist mit Frank Jasiek nicht zu machen. Dazu sei er nicht mehr bereit, sagt der Verpächter mit Blick auf die marode Bausubstanz gerade im hinteren Gebäudeteil. Vorstellen kann er sich eine kleinere Gastronomie mit möblierten Zimmern. Dahinter auf dem Grundstück, diese Idee verfolgt er bereits seit Jahren, wäre dann Platz für Wohnbebauung - „drei oder vier Reihenhäuser“. Doch zunächst will Jasiek den „Maikäfer“ der Gemeinde Isernhagen jetzt als Flüchtlingsunterkunft anbieten. Das Rathaus hatte bereits kürzlich einige Flüchtlinge dort zehn Tage lang zum Übergang untergebracht, weil eine andere Unterkunft noch nicht zur Verfügung stand.

So oder so werden sich Stammgäste und Vereine für die Zeit ab Januar etwas anderes suchen müssen. Mit dem Ende des „Maikäfer“ könne man abends nicht mehr essen gehen, bedauert Ortsbürgermeisterin Renate Vogelgesang - die Piazza im Gewerbegebiet hat nur donnerstags bis 21 Uhr geöffnet. Der Ortsrat wird für seine Sitzungen in die Begegnungsstätte ausweichen. Dem Sparklub mit seinen rund 50 Mitgliedern droht das Aus. Der Männerchor Kirchhorst hofft für seine montäglichen Proben auf das Gemeindehaus. Der Vorsitzende Hans-Joachim Gotthard bedauerte das Aus für den „Maikäfer“ ebenso wie Hugo Berkelmann, seit 45 Jahren Vorsitzender der Laienspielgruppe Stelle. Ob man den „Maikäfer“-Saal vielleicht trotz der Schließung für die nächste Aufführung im April nutzen darf? Er will mit Jasiek sprechen. Und sonst? „Vielleicht werden wir dann ein Scheunentheater.“

Hotel am Kirchhorster See

Frank Jasiek ist nicht nur Eigentümer des Hotels Amadeus in Altwarmbüchen und des Gasthauses Zum Maikäfer in Stelle. Er steht gemeinsam mit Partnern auch für die Planungen zum Bau einer Hotelanlage am Kirchhorster See. Gerüchten, dass sich das Vorhaben zerschlagen habe, tritt er entgegen: „Wir wollen die Anlage bauen, das ist weiter fester Wille.“ Der ursprüngliche Zeitplan hatte eine Eröffnung bereits zur Fußballweltmeisterschaft 2014 vorgesehen, doch gebaut wurde bis heute nichts. Es habe Verzögerungen gegeben, immer noch seien einige Hürden zu überwinden, begründet das Jasiek, ohne Details nennen zu wollen. Seine Pläne von 2014 sehen ein Vier-Sterne-Hotel im spanischen Kolonialstil mit 60 Doppelzimmern, sechs Suiten, zwei Sälen, die sich zu sieben Tagungsräumen trennen lassen, Restaurant, Wellnessbereich und überdachter Terrasse vor. „Eventuell wird es etwas kompakter“, sagt Jasiek jetzt. Sein Wunsch: Baustart im April 2016, Eröffnung ein Jahr später. Gern würde er dann auch die Laienspieler und den Männerchor Kirchhorst bewirten, sagt er.

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Von Redakteur Frank Winternheimer

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