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Kirchhorst will sich weiter entwickeln

Kirchhorst Kirchhorst will sich weiter entwickeln

Der Ortsrat Kirchhorst hat am Mittwochabend in die Zukunft geblickt: Neues Bauland soll entwickelt, Geld für einen Bürger-Workshop bereitgestellt und eine neue Nutzung für den brachliegenden Freizeitpark gefunden werden.

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Soll auf dem brachliegenden Freizeitparkgelände bald ein Pferdehof samt Streichelzoo entstehen? Die Idee ist gut, der Ortsrat möchte aber mehr Details erfahren, bevor er die Planung abnickt.

Quelle: Frank Walter

Isernhagen. Das Gutachten, das die Gemeinde von einem Planungsbüro zum Wohnbaulandbedarf bis 2030 erstellen lassen hatte, war deutlich: 3,5 Hektar fehlen noch, um den Bedarf zu decken. Ob Kirchhorst sich weitere neue Nachbarn wünscht? Ja, beschloss mehrheitlich der Ortsrat Kirchhorst. „Aber behutsam und immer mit Blick auf die Infrastruktur, die dazu passen muss“, betonte Ortsbürgermeisterin Renate Vogelgesang (CDU). Erste Flächenvorschläge wie ein Lückenschluss zwischen Kirchhorst und Stelle wurden laut - verebbten aber: „Wir sind ganz am Anfang“, sagte Ulrich von Rautenkranz (FDP) und warnte vor Schnellschüssen.

Nur die Grünen konnten sich damit nicht anfreunden: „Wir halten es nicht erforderlich, weitere Baugebiete einzuplanen“, sagte Carmen Merkel. Man solle bestehende Projekte abarbeiten und das Landschaftsbild im Blick behalten. „Die Ausweisung umfangreicher Gewerbegebiete hat der Attraktivität Kirchhorsts geschadet.“

In einer Klausur hatte sich der Ortsrat bereits umfassender mit der Zukunft von Kirchhorst befasst: Ziel ist nun die Aufstellung eines Dorfentwicklungsplanes, um den Wünschen der Bürger langfristig gerecht zu werden. Workshops und Arbeitsgruppen sind denkbar. „Wir würden den Prozess gern extern begleiten lassen“, erläuterte Vogelgesang den Antrag des Ortsrates Mittel im Haushalt dafür bereitzustellen.

Die Zukunft des brachliegenden Freizeitparks bleibt nach Mittwochabend weiterhin offen: Die erfahrene Reiterin Tertu Waldschmitt möchte dort gern einen Pferdehof samt Streichelzoo realisieren und wünschte sich vom Ortsrat das Einverständnis, den dazugehörigen Bebauungpslan zu ändern. Da in der Vergangenheit aber mehrere Projekte für das Gelände - wie ein Trainingsplatz für Motocrosser - abgelehnt worden waren, stellte sie vorerst nur die Idee vor. „Die Idee ist gut, aber die Planung zu vage“, sagte Ulrich von Rautenkranz. Er kritisierte, dass Waldschmitt keine konkreten Aussagen zur Wirtschaftlichkeit ihres Vorhabens machte und keine Details zu Größen der Gebäude nannte. In seiner nächsten Sitzung möchte der Ortsrat mehr erfahren - grundsätzlich, so der Tenor, sei die neue Nutzung aber zu begrüßen.

Aussichtsplattform soll nicht in das Oldhorster

Die Region plant aktuell einen Themenradweg „Nordhannoversche Moorroute“ mit einer Strecke von 100 Kilometern. In Isernhagen soll der Weg durch H.B., F.B. und Neuwarmbüchen zum Oldhorster Moor und von dort aus durch Kirchhorst zum Altwarmbüchener Moor führen. Die Streckenführung wird dabei auf vorhandenen Wegen erfolgen – und kleine „Attraktionen“ bieten. Eine dieser Attraktion soll eine 30 Zentimeter hohe Aussichtsplattform in Kirchhorst sein, die in Form eines Steges Naturinteressierten trockenen Fußes einen Einblick ins Oldhorster Moor ermöglicht. Ein Geländer soll eine Abgrenzung der flachen Holzkonstruktion von der umgebenden Natur darstellen und die Beobachter vor dem Betreten des Moores abhalten. Die Kosten dafür würden etwa 10?000 Euro betragen – die Gemeinde müsste 40 Prozent davon übernehmen. Der Ortsrat war sich einig, diesem Plan nicht zuzustimmen. „Das ist mir alles befremdlich“, sagte Ulrich von Rautenkranz (FDP). Die Region habe weder mit dem Realverband noch mit den Jagdgenossenschaften, denen die Wege zur geplanten Plattform gehören, Kontakt aufgenommen. „Es ist auch nicht unsere Vorstellung von Naturschutz, Touristen ins Moor zu locken.“ Die Grünen warnten zudem vor Störungen für die Kraniche. „Die Natur schützt man am besten, wenn man sie in Ruhe lässt“, betonte auch Klaus Gutsch (SPD). Wer ins Moor wolle, so die einhellige Meinung, gehe eh hin – für alle anderen gebe es das Moorinformationszentrum in Resse. Eine teuere Plattform brauche es in Kirchhorst jedenfalls nicht.

Ortsrat lehnt Schaukasten ab

Braucht der Ortsrat Kirchhorst ähnlich wie es die Politiker in den Nachbardörfern pflegen, einen eigenen Schaukasten, damit die Parteien die Bürger informieren können? Die Grünen meinten ja, stellten einen entsprechenden Antrag – und schlugen als möglichen Platz dafür gleich einmal den NP-Markt vor. „In Zeiten des Internets ist das ja wohl prähistorisch“, hielt Gerhard Raible (CDU) dagegenen – vor Staubschichten und längst obsolet gewordenen Aushängen warnte derweil die SPD. Zudem müsse auch jemand den Kasten pflegen, und der NP-Markt sei Privatbesitz, wo man nicht einfach etwas an die Wände hängen könnte. Eine Mehrheit fand sich dafür nicht. Anders sah das beim Antrag der FPD aus: Weil es in Höhe des Sportplatzes am Krümpelweg in Kirchhorst immer wieder zu gefährlichen Situationen komme, wenn Kinder die Straße queren wollen, die Autofahrer aber zu schnell unterwegs sind, soll auf Wunsch des Ortsrates das Ordnungsamt jetzt eine Tempo-30-Zone für diesen Bereich prüfen.

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