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Das war’s dann mit den Freiland-Eiern

Isernhagen Das war’s dann mit den Freiland-Eiern

Seit zwölf Wochen gilt die Aufstallungspflicht in der Region, um eine Ausbreitung der Geflügelpest zu verhindern. Diese werde weiter aufrecht erhalten, teilt die Region jetzt mit – mit Konsequenzen vor allem für die Eier, die rund um Hannover produziert werden.

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Gorden Gosch muss seine Eier in Kirchhorst nun anders beschriften: Statt der Ziffer 1 wird nun eine 2 aufgedruckt, die für Bodenhaltung steht.

Quelle: Archiv

Kirchhorst. Die Eier dürfen ab sofort nicht mehr als Freiland-Eier mit der Ziffer 1 beschriftet werden, sondern müssen fortan mit der Ziffer 2 als Eier aus Bodenhaltung gekennzeichnet werden. Das betrifft auch den Legehennen-Stall von Familie Gosch in Kirchhorst. „Zum Glück hält sich der wirtschaftliche Verlust für uns noch in Grenzen“, schildert Gorden Gosch. Eigentlich seien Eier aus Bodenhaltung günstiger zu kaufen als aus Freilandhaltung. „Aber unsere Produktionskosten sind ja nicht geringer geworden. Unsere Freilandfläche ist da, darf nur nicht genutzt werden.“ Um genau zu sein, verursache es sogar Mehrkosten, mit Picksteinen, Heu und allerlei anderen Dingen die Hennen vor Langeweile und Lagerkoller zu bewahren. „Sie fühlen sich aber noch ganz wohl“, kann Gosch beruhigen. Zumal der Stall sehr groß geplant worden sei und der Wintergarten auch jetzt Ausflüge bei Außentemperatur und mit Frischluft ermögliche.

„Wir verkaufen bisher nur an inhaberbetriebene Läden“, sagt Gosch. „Und die halten das zum Glück unter dem Motto: mitgehangen, mitgefangen.“ Die Abnahmezahlen und die Einkaufspreise hätten sich trotz der neuen Beschriftung so nicht verändert. Auch die Kunden seien bisher sehr verständnisvoll. Im Betrieb selbst ist die neue Beschriftung nur eine Kleinigkeit: „Das geht per Computer, ich muss nur die 1 durch die 2 ersetzen“, erklärt Gosch. Allerdings: Eigentlich müssten auch neue Eierkartons angeschafft werden, die auf die Bodenhaltung hinweisen. „Die Mindestabnahme ist da aber derart groß, dass sie bis zum Lebensende reichen würden.“ Dementsprechend darf der Eierhof in Kirchhorst per Etikett auf den Freiland-Packungen erklären, dass es sich nun aufgrund der Vorgaben und zum Schutz der Tiere um Eier in Bodenhaltung handele. „Im Zweifelsfall geht die Gesundheit eben vor. Wir wollen die Tiere ja auch keiner Gefahr aussetzen“, zeigt sich Gosch noch geduldig mit der anhaltenden Aufstallungspflicht.

Von Carina Bahl

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