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Klares Votum für die Drehleiter

Burgwedel Klares Votum für die Drehleiter

Die Personaldecke ist "noch ausreichend“, an der Anschaffung einer Drehleiter "führt kein Weg vorbei“, und auch bei den Gerätehäusern besteht "Handlungsbedarf“: So hat Stadtbrandmeister Ingo Motl am Donnerstagabend die Sicht der Feuerwehr zusammengefasst.

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Burgwedels Stadtbrandmeister Ingo Motl.

Quelle: Frank Walter

Burgwedel. Nach der Zukunft der Stadtfeuerwehr hatte die CDU Burgwedel gefragt – und bekam beim „Talk am Springhorstsee“ von Stadtbrandmeister Ingo Motl klare Antworten.

Selbstverständnis: Motl sieht die Feuerwehr der Zukunft als Dienstleistungsunternehmen und sprach von einer "Hochverfügbarkeitsorganisation“ – man sei innerhalb von Minuten zur Krisenbewältigung beim Bürger.

Personal: "Noch ist die Personaldecke ausreichend“: Die Stadtfeuerwehr verfügt seit Jahren relativ konstant über 300 Aktive, gegenüber 2001 allerdings gebe es einen Rückgang um 10 Prozent. Die Fluktuation bei Frauen ist geringer als bei Männern. Gerade für die Einsatzverfügbarkeit tagsüber, wenn viele Männer auswärts arbeiten, sieht Motl durch mehr weibliche Aktive noch Potenzial. "Zwischen 18 und 6 Uhr habe ich kein Problem, am Tag ist die Verfügbarkeit immer ein Thema.“ Und auch die Besetzung von Führungspositionen werde schwieriger. "Führung bedeutet Arbeit.“

Nachwuchs: Rund 100 Kinder finden sich in der Jugend- und der Kinderfeuerwehr. Motl hofft, dass es bald auch in Kleinburgwedel eine Jugendabteilung geben wird. Nachwuchsarbeit in Schulen sei wichtig, um der Konkurrenz durch Sportvereine zu begegnen.

Einsatzlage: "Wir machen eigentlich fast alles“, fasste Motl die Fülle an Einsatzarten zusammen. Rund 200-mal pro Jahr – Tendenz leicht steigend – rückt die Feuerwehr aus. Die 112 sei heute schnell gewählt, so der Ortsbrandmeister. Früher hätten couragierte Bürger hingegen beispielsweise einen Ast auch mal selbst von der Straße geräumt.

Gerätehäuser: Bis auf das in Fuhrberg seien alle Feuerwehrhäuser eng und nicht mehr zeitgemäß. "Da besteht Handlungsbedarf“, ist Motl überzeugt. Fahrzeuge und Geräte lagerten in Scheunen, die Schwarz-Weiß-Bereiche müssten getrennt werden. Es könne nicht sein, dass verrußte Einsatzkleidung zu Hause die eigene Waschmaschine verschmutze. Zeitgemäße Erwachsenenbildung mit Beamern müsse möglich sein.

Löschfahrzeuge: Den "Eisernen Gustav“ in Thönse und das Oldhorster Fahrzeug ausgenommen, liegt das Durchschnittsalter bei elf Jahren. Kalkuliert wird mit 25 Jahren Nutzdauer. "In Wettmar und Fuhrberg haben zwei Fahrzeuge ihr Alter erreicht. Da werden wir bald drüber reden müssen“, sagte Motl in Richtung der CDU-Politiker – und auch über das Fahrzeug mit Baujahr 1980 in Oldhorst.

Drehleiter: Burgwedel verfügt über keine eigene Drehleiter und ist auf Unterstützung aus Altwarmbüchen, Burgdorf, Wedemark und Langenhagen angewiesen. Dabei diene eine solches Fahrzeug nicht nur zur Brandbekämpfung, sondern auch als Rückzugsweg der Eigensicherung. "Sinnvoll, notwendig, zeitgemäß“ – aus Feuerwehrsicht führe kein Weg an einer eigenen Drehleiter vorbei. In den vergangenen Jahren habe die Stadtfeuerwehr Burgwedel mehrmals "Schwein gehabt“. Bei einem Dachstuhlbrand am Trakehnerweg beispielsweise "waren wir mit unseren Mitteln überfordert“, bei einem Brand 2013 im Krankenhaus habe glücklicherweise ein Handwerkergerüst geholfen, so Motl. "Schon beim Kirchenkreisamt wird es mit unserer dreiteiligen Schiebeleiter abenteuerlich.“ Die Kosten für eine neue Drehleiter schätzt Motl auf 700.000 bis 900.000 Euro. Mit einem Vorführfahrzeug ließe sich viel sparen.

Feuerwehrbedarfsplan: Antworten auf die Fragen nach der Zukunft der Feuerwehr Burgwedel soll der Bedarfsplan liefern, den eine Fachfirma derzeit für die Stadt Burgwedel erstellt. Er soll Ende Oktober fertig sein.

Von Frank Walter

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