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Klodeckel-Betrug im Baumarkt

Altwarmbüchen Klodeckel-Betrug im Baumarkt

39,95 Euro? Nein, die wollte ein 27-Jähriger nicht für einen Toilettendeckel im Baumarkt bezahlen. Weil er deshalb das Preisschild gegen ein anderes austauschte, muss er 300 Euro Strafe zahlen.

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Quelle: Symbolbild

Isernhagen. Von einem Geständnis war der 27-Jährige am Donnerstag im Amtsgericht Burgwedel weit entfernt: „Ich weiß überhaupt nicht, warum ich hier bin. Ich habe den Klodeckel nicht angefasst und auch nicht bezahlt.“

Dass er ihn nicht bezahlt hatte, das stimmt - das war sein Freund. Dass er ihn nicht angefasst hatte, widerlegte hingegen ein Ladendetektiv, der den Angeklagten nach der Tat im Juli im Hornbach-Markt in Altwarmbüchen angesprochen hatte. „Wir haben das alles per Video aufgezeichnet“, betonte der Detektiv. Der Angeklagte habe ganz bewusst - mit einem spitzen Werkzeug - die Barcodes von den Rändern des Toilettendeckels abgekratzt. Ursprünglich sollte dieser 39,95 Euro kosten. „Wenn die Kassiererin keinen Barcode einlesen kann, muss sie sich auf das Preisschild verlassen“, erklärte der Zeuge.

Aber auch dieses war nicht mehr das ursprüngliche: Nur 9,95 Euro stand am Ende auf der Rechnung des Freundes. „Den Austausch des Preisschildes habe ich aber nicht gesehen“, sagte der Ladendetektiv. „Ich halte es aber für erwiesen, dass auch dieser passiert ist“, betonte der Staatsanwalt.

Auch für den Richter bestand kein Zweifel daran, dass der Mann den Betrug begangen hatte. „Der Ladendetektiv hätte auch einfach sagen können, dass er gesehen hat, wie sie den Preis ausgetauscht haben“, erklärte Amtsrichter Michael Siebrecht sein Urteil. „Ein Zeuge, der aber so differenziert und ohne Belastungstendenz aussagt, an dem braucht man nicht zu zweifeln.“

15 Tagessätze à 20 Euro muss der selbstständige Messer- und Scherenschleifer jetzt zahlen - wegen Betrugs. Den Anklagepunkt Urkundenfälschung ließ der Richter fallen - zumal es eine spitzfindige Debatte geworden wäre, ob ein einfaches Preisschild als Urkunde gelten kann.

Von Einsicht war beim Angeklagten nach dem Urteil nichts zu sehen. Dabei hatte er diese vorab schon gezeigt: Zur Verhandlung war es nur gekommen, weil der Mann die per Strafbefehl angeordneten 300 Euro nur zum Teil gezahlt hatte. „Warum haben Sie überhaupt etwas gezahlt, wenn Sie doch unschuldig sind?“, fragte Amtsrichter Siebrecht. Kurze Gedankenpause beim Angeklagten: „Ich bin nicht der Typ, der sich gern ein Gerichtsding reinzieht. Wenn ich zahlen soll, zahle ich.“ Die Mahnung über den ausstehenden Betrag habe er nie erhalten.

Von Carina Bahl

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