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Stabile Seile sichern die Krone

Isernhagen Stabile Seile sichern die Krone

Mit einer Kronensicherung haben Landschaftsgärtner einer rund 100 Jahre alten Eiche am Feuerwehrhaus in Altwarmbüchen neuen Halt verliehen.

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Landschaftsgärtner Jürgen Grobe befestigt vom Hubsteiger einen Gurt in der Baumkrone der Eiche.

Quelle: Frank Walter

Altwarmbüchen. Leicht fallen die Handgriffe bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt nicht: Mit klammen Fingern befestigt Jürgen Grobe das schwarze Seil an der Ahle. Dann schiebt er das fast zwei Zentimeter dicke Aluminiumrohr, das aussieht wie eine überdimensionierte Nähnadel, innen durch das Hohltau – „das hält bombensicher“.

Von der Kabine seines Hubsteigers aus sichert der Landschaftsgärtner an diesem Vormittag einen der dicken Äste der geschätzt 100 Jahre alten Eiche neben dem Feuerwehrhaus in Altwarmbüchen. „Ein wirklich schöner, prägender Baum“, meint der Fachmann – aber der eine Ast ist das Sorgenkind: Tonnenschwer und fast waagerecht gewachsen, haben die Fachleute der Gemeindeverwaltung ihm eine Kronensicherung als Unterstützung verordnet.

Jürgen Grobe und seine Kollegen Thorsten Senger und Gerrit Skwara sind es, die jetzt Hand anlegen: An zwei Stellen werden dicke Gurte um andere Äste geschlungen und per Hohltau mit einem dritten Gurt an dem waagerechten Ast verbunden. Im Normalfall soll das Tau leicht durchhängen. „Aber wenn Wind oder Schneelast auf dem Ast liegen, dann spannt sich das Seil und kann mehrere Tonnen Last aufnehmen“, erläutert Grobe im Korb in acht Metern Höhe. Wenn das Seil aber schon unter Normalbedingungen spanne, dann sei das ein Zeichen, dass es Zeit für die Kettensäge sei und man den Ast einkürzen oder gar ganz kappen müsse. „Eichen wachsen langsam, die Wunden heilen schlecht“, sagt Grobe – für ihn ist das deshalb erst die zweite Wahl.

Das Totholz dagegen, dass das Landschaftsgärtner-Trio aus der Eiche und den anderen Bäumen am Feuerwehrhaus herausschneidet, darf keinesfalls bleiben: Selbst einen nur wenige Zentimeter langen, aber dicken Ast möchte er nicht auf den Kopf bekommen, beschreibt Jürgen Grobe die Gefahren – „und da hängen richtige Trümmer“, sagt er und zeigt nach oben.

Die Verkehrssicherungspflicht obliegt auf kommunalem Grund der Gemeinde, und deshalb werden Landschaftsgärtner bald auch andernorts Kronen sichern – an den Spielplätzen an der Seerosenstraße in Altwarmbüchen und in der Straße Am Knick in Kirchhorst etwa.

Von Frank Walter

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