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Lärm nervt Anwohner an der Dieselstraße

Isernhagen N.B. Lärm nervt Anwohner an der Dieselstraße

Anwohner des ehemaligen Milchwerks in N.B. monieren nächtlichen Lärm vom Gelände - obwohl die Region Hannover die Spediteure, die das Gelände nutzen, bereits an die seit vielen Jahren geltenden Bestimmungen erinnert hat.

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Anwohner Claus Förster ärgert sich wie manche seiner Nachbarn über nächtlichen Lärm vom Gelände der ehemaligen Milch-Union.

Quelle: Frank Walter

Isernhagen. 22.30 Uhr, an der Dieselstraße in Isernhagen N.B.: Das Röhren der Lastwagen-Kühlaggregate dringt vom Hof der ehemaligen Milch-Union. Betonbarrieren, die aussehen wie riesige Legosteine, liegen verteilt auf dem Gelände und können doch keinen Lastwagen stoppen - die beiden Schranken, die die Barrieren erst komplettieren würden, stehen offen.

„Wenn ich nicht so gut erzogen wäre, wäre ich schon längst mal rübergegangen“, sagt Klaus Noreikat, der auf der anderen Straßenseite ein Tätowierstudio betreibt. Die nächtlichen Ruhezeiten würden nicht eingehalten, abends bis weit nach 22 Uhr und morgens teils ab 4.20 Uhr sei Betrieb, hat er protokolliert. Motoren und Kühlaggregate liefen, Fahrer hupten zum Abschied, irgendein Autotuner habe kürzlich spätabends Testfahrten absolviert, und die Schranken seien nie geschlossen. „Wir sind jetzt acht Wochen lang Sturm gelaufen, ohne dass sich was ändert. Es interessiert die einfach nicht“, ärgert sich Noreikat.

Seine Beobachtungen decken sich mit denen seines Nachbarn Claus Förster, der seit 1985 im Gewerbegebiet wohnt und arbeitet. Mit der Milch-Union habe es nie solche Probleme gegeben. Doch dann übernahm ein neuer Investor das Mitte 2008 geschlossene Werk, mehrere Speditionen siedelten sich an. „Und seit Pfingsten ist mächtig Lärm.“ Gemeinde, Region, Gewerbeaufsichtsamt, Polizei - alle denkbaren Behörden haben Förster, Noreikat und andere Nachbarn in den vergangenen Wochen angerufen und -geschrieben - „aber jeder verweist auf den anderen“, sagt Förster und spricht von einem „Possenspiel“.

Dabei müssten die Regeln eigentlich allen klar sein: „Lkw-Fahrten während der Nachtzeiten (22 bis 6 Uhr) zur Verladerampe sind durch Schranken wirksam zu verhindern“, heißt es in den Auflagen zu der nach wie vor gültigen Baugenehmigung für eine 1998 errichtete Halle - dies gilt für Fahr- und Rangierflächen im Norden und Osten des Geländes. „Auch das Rangieren und Beladen von Lkw sowie das Abstellen von Lkw mit laufendem Motor oder laufendem Kühlaggregat ist während dieses Zeitraumes in dem genannten Grundstücksbereich nicht zulässig“, so die damalige Anordnung des Bauaufsichtsamtes.

Man habe die neuen Nutzer des Geländes über die alten Festsetzungen der Baugenehmigung informiert, teilte Klaus Abelmann als Sprecher der für die Bauaufsicht zuständigen Region Hannover auf Anfrage mit - und diese hätten fest zugesagt, dass sie sich daran halten würden. „Das Problem sollte sich damit erledigen“ - hat es sich nach Meinung der Anwohner aber nach wie vor nicht.

Sowohl vom Eigentümer des Geländes als auch von Verantwortlichen der als Verursacher infrage kommenden Speditionen gab es keine Stellungnahmen zur Lärmproblematik - trotz mehrerer Versuche, telefonisch oder per E-Mail mit ihnen in Kontakt zu treten.

Von Frank Walter

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