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Lampen helfen gehörlosem Tischler

Isernhagen N.B. Lampen helfen gehörlosem Tischler

Der 38-jährige Tischler Andreas Joisten bedient bei der Isernhagener Innenausbaufirma Helmrich eine neue Fräsmaschine. Diese ist mit speziellen Lichtsignalen ausgestattet - was dem gehörlosen Gesellen die Handhabung des Geräts erleichtert.

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Der gehörlose Andreas Joisten zeigt die neue Fräsmaschine, die extra für ihn mit verschiedenen Lichtsignalen ausgestattet ist.

Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

Isernhagen. Tischler Andreas Joisten positioniert ein quadratisches Stück Spanplatte mit weißer Beschichtung auf den grauen Kunststoffklötzchen, die das Holz fest ansaugen. Sitzt alles fest, kann der Arbeitsvorgang beginnen. Der Fräsblock bewegt sich in Richtung Platte und sägt die Kanten ab. Solange das grüne Licht leuchtet, läuft alles nach Plan. Wenn aber die rote Lampe strahlt, deutet das auf eine Störung hin.

Da der langjährige Mitarbeiter akustisch nicht mitbekommt, dass sich die Maschine bei Problemen anders anhört als im Normalzustand, sorgen die optischen Signale für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz. „Diese sagen mir, ob alles wie am Schnürchen läuft oder Fehler auftreten. Dann kann ich den Vorgang anhalten“, sagt Joisten, der vor 20 Jahren bei Helmrich gelernt hatte und anschließend als Geselle übernommen worden war.

„Die Präzision unserer 16 Jahre alten Fräse hatte nachgelassen, deshalb haben wir eine neue angeschafft“, erklärt Geschäftsführer Ralf Helmrich. Das moderne Gerät verfügt über mehr Funktionen zum Sägen, Bohren und Fräsen. Um die Arbeit für den gehörlosen Mitarbeiter zu erleichtern, sind die optischen Extras mit eingebaut worden. Deshalb hat sich das Familienunternehmen für die zusätzliche Ausstattung entschieden. Gefördert werden die Extras vom Niedersächsischen Integrationsamt. „Bei der Auswahl und Einweisung an der Maschine halfen zwei Gebärdendolmetscherinnen unserem Mitarbeiter“, berichtet Helmrich. Auch bei den regelmäßigen Mitarbeiterbesprechungen, bei denen fünf- bis sechsmal im Jahr über aktuelle und künftige Projekte gesprochen wird, stoßen die Dolmetscherinnen dazu.

Arbeitgeber zahlen lieber

Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern sind gesetzlich verpflichtet, 5 Prozent ihrer Stellen mit Schwerbehinderten zu besetzen. Doch immer noch zahlen viele Arbeitgeber lieber eine Ausgleichsabgabe als Menschen mit Behinderungen einzustellen. Diese Ausgleichsabgabe zahlen die Betriebe an das jeweils zuständige Integrationsamt. Aus diesem Topf erhalten wiederum Unternehmen wie etwa die Firma Helmrich, die seit 20 Jahren einen Gehörlosen beschäftigt, Fördergeld. „Wer gut arbeitet, wird bei uns langfristig beschäftigt“, sagt Geschäftsführer Ralf Helmrich.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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