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Die ersten 3000 Hühner sind da

Kirchhorst Die ersten 3000 Hühner sind da

Die Planung war äußerst umstritten, jetzt tummeln sich die ersten 3000 Hühner im neuen Stall in der Kirchhorster Feldmark – und noch einmal so viele kommen in sechs Monaten hinzu. Rund 900 Eier legen die Tiere momentan pro Tag, die Familie Gosch dann auf ihrem Hof an der Großhorst verkauft.

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Gorden Gosch zeigt seinen Hühnerstall in Kirchhorst.

Quelle: Jarolim-Vormeier

Kirchhorst. Von wegen lautes Gegacker: Im Stall geht es ruhig zu, und es stinkt auch nicht. Die Legehennen sind neugierig und kommen in Scharen auf den Besucher zu. "Das ist eine ruhig gezüchtete Herde. Dennoch müssen sie sich erst an ihre neue Umgebung gewöhnen“, sagt Landwirt Gorden Gosch über seine Tiere mit dem markanten roten Kronenkamm. Der 27-Jährige nimmt eine Henne auf den Arm und zeigt den Schnabel, der nicht gestutzt ist. "Darauf verzichten wir völlig“, sagt der Jungunternehmer.

Im großzügig angelegten Stall sind mehrere Picksteine aufgestellt. An diesen reibt das Federvieh seinen Schnabel und pickt nicht nach den Nachbarn. Und reichlich Auslauf haben die Tiere auch: Aus dem Stall gelangen die Hennen durch geöffnete Luken unter ein Vordach, an das sich ein großes umzäuntes Außengelände anschließt. "Damit sind die Standards für Biohaltung erfüllt“, sagt Gosch – das Futter aber baut er (noch) nicht selbst an, was dann tatsächlich ein Ei zum Bio-Ei macht.

Im November vergangenen Jahres hatte der junge Kirchhorster die Baugenehmigung von der Region Hannover erhalten. Ein halbes Jahr dauerten dann die Errichtung des Gebäudes und das Herrichten des Außengeländes. "Wir sind voll im Zeitplan geblieben“, erklärt Gosch.

Im Vorfeld hatte es Kritik gegen das Bauvorhaben gehagelt. Gegner der Pläne hatten sogar 900 Unterschriften gesammelt. "Mittlerweile stehen einige von ihnen mit ihren Kindern vor dem Stall und wollen sich umschauen“, berichtet Gosch. Er nimmt sich die Zeit, obwohl ihn das von der Arbeit abhält. "Wir haben nichts zu verbergen. Wir sind stolz und zeigen den Stall gern“, sagt der Junior des ehemaligen Kirchhorster Erdbeerhofs.

Fünfmal am Tag werden die Tiere automatisch gefüttert. Was seinen Ertrag angeht, muss der studierte Landwirt Geduld haben. In der Eingewöhnungsphase waren es 400 bis 600 Eier pro Tag, mittlerweile legen die Junghennen 900. Überwiegend sind es noch kleine Eier der Klasse S, als erwachsene Hühner werden sie dann größere Eier legen – bis zu 290 pro Huhn und Jahr. Die Freiland-Eier verkauft Familie Gosch direkt auf dem nahen Hof in Kirchhorst. Dort steht jetzt ein Holzhäuschen für Selbstabholer.

Auf insgesamt 6000 Tiere erstreckt sich die Genehmigung für den Legehennenstall. 3000 sind schon da, die weiteren 3000 werden im April in die andere Stallhälfte einziehen. Weitere Abnehmer sollen dann beispielsweise Bäckereien, Gastronomen, Kantinen und Lebensmittelhändler aus der Region sein. Er habe dazu bereits Gespräche geführt, sagt Gosch, der in das Bauvorhaben mehr als eine halbe Million Euro investiert hat.

Und was ist aus der Protestwelle geworden? Sind die Bedenken der Gegner ausgeräumt, oder stößt der Eierhof bei ihnen weiter auf Ablehnung? Die Petition gegen die Hühnerfarm, die die 900 Menschen 2015 unterschrieben hatten, hatte unter anderem deren Sorgen vor Geruchsbelästigung und der Gefährdung durch Keime transportiert. Das treibt Gegner von damals wie beispielsweise Beate Edeling und Heidrun Lemke nach wie vor um. "Wir wollen keinen Streit mit Familie Gosch, aber wir beobachten den Betrieb“, sagt die Anwohnerin und Grünen-Politikerin Lemke. Die 71-Jährige hat auch Angst, dass aus einem Stall auch zwei werden könnten.

Und Gosch? Der setzt weiterhin auf Transparenz. Wenn alles gut anläuft, will er die Kirchhorster im Frühjahr zu einem Tag der offenen Tür einladen. Wer mag, kann schon jetzt auf eierhof-isernhagen.de alles Wissenswerte über den Hof erfahren.

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Von Katerina jarolim-vormeier

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