Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Verstummt die Bürgerstimme?

Isernhagen Verstummt die Bürgerstimme?

Steht das neue linke Wählerbündnis Bürgerstimme Isernhagen nur wenige Monate nach der Gründung schon vor dem Aus? Klar ist: Zwei der Gründungsmitglieder sind jetzt ausgetreten – der Grund sind Meinungsverschiedenheiten bei der Kandidatenaufstellung.

Voriger Artikel
IGS-Schüler lernen an Tablets
Nächster Artikel
Grüne haben ihr Programm fertig

Die Bürgerstimme Isernhagen steht vor dem Aus: Erst vor wenigen Monaten hatten Ute Bobe (von links), Heiko Weichert, Elke Baumann, Hans Lauterwald und Knut Fuljahn das linke Wählerbündnis gegründet.

Quelle: Archiv

Isernhagen. Sachorientierte Politik, bürgernahe Entscheidungen und Diskussionen, die nicht persönlich motiviert sind, sondern die ganze Gemeinde im Blick haben – diesen Maximen wollte die Bürgerstimme gerecht werden. Inhaltlich – so schien es – waren sich die Mitglieder einig, stiegen hochmotiviert in den Wahlkampf mit der Forderung nach mehr sozialem Wohnungsbau und Transparenz im Rathaus ein.

Jetzt allerdings scheint die Harmonie der Vergangenheit anzugehören. Kurz nach der Mitgliederversammlung haben Heiko Weichert und Hans Lauterwald ihren Austritt verkündet. Bei der Kandidatenaufstellung habe es „ordentlich gekracht“, berichtet Lauterwald. Eigentlich habe es früh die Absprache gegeben, dass Weichert auf Listenplatz 1 für den Gemeinderat positioniert wird und er selbst auf Platz 2. „Wir beide sind Mitglied einer Partei“, betont Pirat Lauterwald. Ein vorderer Listenplatz sei wichtig gewesen, damit seine eigene und die Linken als Partei von Weichert die Arbeit in einem überparteilichen Bündnis akzeptieren. Weichert hatte vor fünf Jahren für die Linken ein Ratsmandat ergattert.

Von dieser Absprache will Ute Bobe (parteilos) nichts wissen. „Was haben die Parteien zu sagen? Wir sind überparteilich!“, betont sie – und bewarb sich selbst um Listenplatz 1. „In einer Kampfabstimmung haben sich sieben von neun Mitgliedern für mich entschieden.“ Den Austritt ihrer beiden Mitstreiter könne sie nicht verstehen – „verletzte Eitelkeit?“.

Für Lauterwald ist eine Kandidatur 2016 vom Tisch. „Als Pirat und Einzelkämpfer brauche ich mich in Isernhagen nicht aufstellen zu lassen.“ Weichert dagegen kann sich vorstellen, erneut für die Linken kandidieren. Wie und ob es mit der Bürgerstimme weitergeht, bleibt offen. Eine neue Kandidatenaufstellung braucht es allemal. Bobe bleibt kämpferisch: „Nachdem ich mich geschüttelt habe, kann ich sagen: Es soll mit der BSI weitergehen!“ Vielleicht sei das reinigende Gewitter gut gewesen, „um die Spreu vom Weizen zu trennen“.

Für Lauterwald bleibt der Ausgang eine Enttäuschung: „Politisch wäre die Bürgerstimme eine wichtige und gute Sache gewesen“, resümiert er. „Aber menschlich geht das so gar nicht.“

Von Carina Bahl

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sm6e19282awue1xchg
Wo ist der Hydrant? App weist den Weg

Fotostrecke Isernhagen: Wo ist der Hydrant? App weist den Weg