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Die Eintrittskarte? Mann sollte man sein

Kirchhorst Die Eintrittskarte? Mann sollte man sein

Stammtische sind doch was für alte Männer, oder? Von wegen: In Kirchhorst sitzen viele junge Väter mit am Tisch.

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Sympathische Runde: Der Männerstammtisch Kirchhorst freut sich immer über neue Gesichter.

Quelle: Carina Bahl

Kirchhorst. Heute genau vor 1000 Tagen, mag man den Gründern mit dem breitem Grinsen im Gesicht glauben, fanden sich in Kirchhorst vier Väter von Krippen- und Kindergartenkindern zusammen. "Das war noch zu den guten alten Maikäfer-Zeiten“, erinnert sich Christian Possienke. Beim Bier in der Kneipe wurde das getan, was Mütter seit Jahrzehnten beim Café-Latte-Treffen perfektioniert haben: eine Runde gegründet, um sich über das wie, warum und "ist das normal?“ ihrer Kinder auszutauschen.

Was Männer anscheinend nur halb so gut können wie Frauen ist aber das Bedienen einer Telefonliste zur Organisation solcher Treffen. "Das wurde auf Dauer zu anstrengend. Deshalb haben wir uns dann einfach immer jeden Montag um 20 Uhr getroffen“, sagt Possienke.

Anscheinend haben die jungen Väter damit den Zahn der Zeit getroffen – aus gerade einmal vier Vätern ist ein 20-köpfiges Team geworden. Krippenkinder-Väter? Von wegen! 25-Jährige finden sich genauso wie 62-Jährige. Und auch die Kinder-Themen sind dem großen Ganzen gewichen. "Im Maikäfer war immer gleichzeitig die Probe des Männerchors“, erklärt Gerhard Raible die Entwicklung. So saßen Jung und Alt im Anschluss schnell beieinander.

Aber wie das manchmal so ist: Männer haben auf einmal ein Projekt. So entstand am Stammtisch die Idee, etwas für das ganze Dorf anzubieten. Die Anekdoten des inzwischen gestorbenen Heinz Grethe konnten nicht am Tresen bleiben. Gesagt, getan: Fast 80 Menschen kamen zum ersten öffentlichen Vortrag über die Historie des Dorfes. Und was gefällt, muss fortgesetzt werden: "Wir haben uns jetzt vorgenommen, zwei Vortragsabende im Jahr zu organisieren“, sagt Raible. Einmal mit einem Kirchhorst-Thema, einmal etwas skurriler. So durfte der Hovercraft-Pilot Klaus Bönighausen über seinen Sport berichten. "Und abends um 21 Uhr sein Hovercraft anschmeißen“, erinnert sich Possienke. Mit dem Vortrag über die zwei Feuerwehren in einem Dorf konnten die Männer am Donnerstagabend erneut zahlreiche Besucher anlocken.

Die Kirchhorster Männer haben inzwischen auch eine Homepage, einen Facebook-Auftritt und ein Logo samt Motto "Kunst-Kultur-Abenteuer“ entwickelt. Vom Stammtisch aus geht es regelmäßig zu Ausflügen und Kinoabenden. "Die Fahrt in die Stadt ist für uns Dorfkinder dann das Abenteuer“, scherzt Possienke.

Platz für Neue haben sie immer – jeden Montag um 20 Uhr beim SSV Kirchhorst am Krümpelweg. Die Eintrittskarte? "Mann sollte man schon sein“, überlegt Raible. "Und Kirchhorst gut finden. Wir haben auch Neuwarmbüchener dabei.“ Ein wenig Humor, so macht es bei der sympathischen Runde den Anschein, darf aber auch auf keinen Fall fehlen.

Von Carina Bahl

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