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Buh-Rufe nach der Ortsbürgermeisterinnen-Wahl

Isernhagen Buh-Rufe nach der Ortsbürgermeisterinnen-Wahl

Aus der mit Spannung erwarteten Wahl zur Ortsbürgermeisterin von Neuwarmbüchen ist Maren Becker (CDU) als Siegerin hervorgegangen. Vor starker Unterstützer-Kulisse zog Christiane Hinze (FDP) den Kürzeren.

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Neuwarmbüchens neuer Ortsrat (von links): Karin Ostermeyer, Vanessa Schenke, Christiane Hinze, Maren Becker, Manfred Kobusch, Antje Schenke und Gerd Jäger.

Quelle: Martin Lauber

Neuwarmbüchen. Keine Hand regte sich, als das Ergebnis der schriftlichen Abstimmung bekannt gegeben wurde: Mit drei Stimmen ihrer Fraktion und der von SPD-Mann Gerd Jäger bekam die 38-jährige Amtsinhaberin aus der Gartenstadt Lohne die erforderliche 4:3-Mehrheit für eine zweite Amtszeit. Statt Applaus gab es „Buh“-Rufe und laute Unmutsbekundungen aus dem Publikum – wie „Das ist unfair“ oder „Da könnte ich wirklich in die Luft gehen“.

Die meisten der 35 überwiegend älteren Zuhörer waren gekommen, um Hinze zu unterstützen – ermutigt durch eine „Einladung“, die an mehreren Stellen im Dorf ohne Absender ausgehängt worden war und die bei manchem offensichtlich den falschen Eindruck erweckt hatte, bei der „Neuwahl der Ortsbürgermeisterin“ selbst mitwirken zu dürfen.

Hinze, bis 2011 selbst Ortsbürgermeisterin, die auch bei der Kommunalwahl im September mit 397 Stimmen das mit Abstand beste Einzelergebnis im Ort erzielt hatte, ist seit Jahrzehnten in der Seniorenarbeit aktiv – während viele ältere Neuwarmbüchener ihrer Nachfolgerin am Mittwochabend ankreideten, sich bei den Senioren nie sehen zu lassen.

Die Vertreterin der Grünen, die mit der FDP eine Gruppe gebildet hat, hatte sich für Hinze stark gemacht: Sie sei „bekannt, beliebt, immer dabei und voller Empathie“, habe immer schon die Dorfgemeinschaft aufgebaut und verfüge als FDP-Regionsvorsitzende, Regionsabgeordnete und Ratsfrau über beste Kontakte, sagte Antje Schenke. Der Amtsinhaberin warf sie eine „halbherzige Verwaltung der Dorfangelegenheiten“ vor.

Maren Becker überging nach ihrer Wahl die Buh-Rufe kommentarlos, bedankte sich für das mehrheitlich ausgesprochene Vertrauen und ging zur Stellvertreterwahl über, bei der Gerd Jäger ohne Gegenkandidat mit 4 zu 3 Stimmen gewählt wurde. Bei der letzten Ortsbürgermeister-Wahl in gleicher Konstellation vor fünf Jahren seien die Unmutsbekundungen weitaus schlimmer gewesen, sagte sie gegenüber dieser Zeitung. Im Ortsrat sei man gleichwohl zur Zusammenarbeit entschlossen: „Alle zusammen wollen wir etwas für alle im Dorf tun.“ Die gleiche Präsenz bei den Senioren wie Hinze könne sie nicht bieten, diese habe als DRK-Vorsitzende die „Spätlese“ aufgebaut. „Viele verwechseln da etwas“, so Becker.

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