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Mürrischer Akkordeonist begeistert Publikum

Isernhagen F.B. Mürrischer Akkordeonist begeistert Publikum

Der Kabarettist Frank Grischek ist im KulturKaffee Rautenkranz aufgetreten und hat das Publikum mit seiner überaus mürrischen Art zum Lachen gebracht.

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Frank Grischek hat sich die Fassade eines Miesepeters zugelegt. Zur Freude seines Publikums.

Quelle: Jürgen Zimmer

Isernhagen. Die Welt der Kleinkunst ist riesig groß, die der Künstler darin gleichfalls. Die Auftrittsmöglichkeiten hingegen sind begrenzt. Da empfiehl es sich für einen Musik-Kabarettisten durchaus, sich ein Wiedererkennungsmerkmal einfallen zu lassen. Sozusagen eine Corporate Identity. Frank Grischek hat sich die Fassade eines Miesepeters zugelegt. Wo die Kollegen möglichst breit lächeln, um ihre gute Laune zu dokumentieren, verzieht Grischek keine Miene und schaut sein Publikum so schlecht gelaunt an, dass die allein deswegen schon lachen, wenn auch anfangs eher gezwungen: Ist der so oder tut der nur so, hat sich mancher Besucher am Sonnabendabend im Kultur-Kaffee Rautenkranz gefragt.

Aber nein - der tut nur so. Sein Akkordeon, eine Borsini Superstar, die er als seine Assistentin vorstellte, strahlte mehr Ausdruck aus als Grischek. Völlig stoisch spielte er Musette, Tango, Klassik und Folk. Das allerdings mit großer Leidenschaft und vor allem mit großem Können. Staubtrocken erzählte er zwischen den Stücken über das harte Künstlerleben, vor allem und zuvorderst das der Akkordeonisten. Quälend die Erinnerung, als er sechsjährig mit dem unförmigen und leider auch schweren Instrument Gruppenunterricht hatte, und demonstriert sogleich, wie er als Knirps nicht mal über das Instrument sehen konnte. So führte er sein Publikum an der Hand durch sein hartes Künstlerleben, und keiner war dabei, der ihm das nicht abkaufte.

„Der kann das“ heißt das Programm, und auch das hat man ihm abgenommen. Aber das kann er auch: kabarettistisch überzeichnen, konterkarieren und als Dozent harsche Kritik an Deutschlands Volksmusikanten à la Silbereisen üben. Ein vergnüglicher Abend mit nachdenklichen Einlagen, behutsam dosiert und vor allem mit virtuoser Akkordeonmusik.

Der in Hamburg lebende Familienvater feiert in diesem Jahr sein 25. Bühnenjubiläum. Jahrelang tourte er mit Henning Venske und Jochen Busse durch die Lande. Mit dem 76-jährigen Venske wird er auch den Jahresrückblick 2015 präsentieren.

Von Jürgen Zimmer

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