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Musikschule braucht mehr Geld

Isernhagen/Burgwedel Musikschule braucht mehr Geld

Schwere Zeiten für die Musikschule Isernhagen & Burgwedel: Trotz konstanter Schülerzahlen reichen die Einnahmen nicht aus, um die steigenden Personalkosten zu decken. Jetzt sollen die Kommunen ihre Zuschüsse erhöhen.

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Musikschulleiter Andreas Fingberg-Strothmann schaut mit Sorge in die Zukunft.

Quelle: Carina Bahl

Isernhagen. Seit 1972 gibt es die Musikschule, die als öffentliche Einrichtung musische Bildungangebote vor allem für Kinder und Jugendliche im Programm hat und per Vertrag von Burgwedel und Isernhagen bezuschusst wird.

Mit gut 1100 Schülern hält sich die Nachfrage an den Angeboten der Musikschule seit 2010 konstant. 42 angestellte Lehrer unterrichten Einjährige bis Erwachsene an 404 Stunden pro Woche.

Das finanzielle Problem, das die Musikschule jedoch seit Jahren hat, und das sich zuspitzt, ist handfest: Mehr als 900 000 Euro stehen jährlich auf der Ausgabenseite. „90 Prozent davon sind Personalkosten“, sagt Leiter Andreas Fingberg-Strothmann. Tarifsteigerungen lassen die Personalkosten jährlich um gut 20 000 Euro wachsen. „Und darauf haben wir keinen Einfluss.“ Das Problem: Die Zuschüsse der beiden Kommunen steigen nicht entsprechend. Deckten sie 1990 noch 40 Prozent aller Kosten, sind es jetzt nur noch 33 Prozent. Rücklagen der Musikschule sind inzwischen aufgebraucht.

„Wir haben bereits sehr viele Sparmaßnahmen ergriffen“, betont Fingberg-Strothmann. Seit 2010 wurden die Ausgaben um mehr als 60 000 Euro pro Jahr reduziert - indem nur noch die Hälfte des Personals einen Tarifvertrag hat und der Einzelunterricht, der nicht kostendeckend funktioniert, auf 20 Minuten pro Schüler und Woche reduziert worden ist. „Das hat pädagogisch kaum noch Sinn“, sagt der Musikschulleiter. Es könne nicht die Lösung sein, künftig nur noch Elementar- und Großgruppenunterricht anzubieten. „Eine Musikschule muss ihre Talente fördern.“ Es gebe inzwischen keine Stellschrauben, an denen man noch drehen könne, ohne dass die Qualität immens leide. Auch die Ensembles, die für Schüler ein wichtiger Anreiz sind, seien dabei auszubluten. „Und niemand nimmt Instrumentalunterricht, um nur zu Hause zu spielen.“

Für mehr Einnahmen erhöht die Musikschule bereits regelmäßig die Gebühren. „Aber auch da darf eine Schmerzgrenze nicht überschritten werden“, betont Fingberg-Strothmann - schließlich solle Musik ein Angebot für jedermann bleiben. Für die Schulleitung gibt es daher jetzt nur eine Lösung: Die Kommunen sollen im neuen Vertrag, der von 2016 bis 2020 gelten wird, ihre Zuschüsse deutlich erhöhen.

„Damit wären wir fünf Jahre gesichert“, sagt Fingberg-Strothmann - eine Rettung auf Zeit. Denn wie es ab 2021 weitergehen soll, wenn die Personalkosten erwartungsgemäß weiter steigen, die Zuschüsse aber nicht mehr, weil die von den Kommunen festgelegte Obergrenze erreicht ist, weiß der Schulleiter nicht: „Dafür haben wir noch keine Lösung. Selbst wenn die Kommunen den neuen Vertrag akzeptieren, können wir uns nicht zurücklehnen.“

Burgwedeler Kulturausschuss gibt grünes Licht

Der neue Vertrag für die Musikschule Isernhagen & Burgwedel sieht vor, dass die Stadt Burgwedel ihren jährlichen Zuschuss bis 2020 um 48.700 Euro auf 190.000 Euro erhöht – die Gemeinde Isernhagen soll zeitgleich ihre Förderung schrittweise um 21.200 Euro auf 197.000 Euro anheben. Die Musikschule wiederum hat angekündigt, ihre Gebührensätze jährlich um 2,5 Prozent anzuheben – allerdings nicht immer für alle Bereiche. Der Kulturausschuss der Stadt Burgwedel hat dafür am Dienstagabend bereits einstimmig grünes Licht gegeben. Die Politiker in Isernhagen werden darüber am nächsten Mittwoch, 23. September, ab 18 Uhr in Raum 103 der Realschule am Helleweg beraten. Bürger können dort zu Beginn ihre Fragen stellen.

Von Carina Bahl

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