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Saure-Gurken-Zeit in Isernhagen

Isernhagen Saure-Gurken-Zeit in Isernhagen

Für Journalisten ist die „Saure-Gurken-Zeit“ ohne Termine und Geschichten der alljährliche Albtraum. (Hobby-)Gärtner dagegen fiebern dieser Zeit entgegen, in der das grüne Gemüse erntereif wird. Sauer werden die Gurken allenfalls im Einmachglas. Ein Bericht aus den Tiefen des Sommerlochs.

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Von Journalisten gefürchtet, von Gärtnern herbeigesehnt - die Saure-Gurken-Zeit. Kristina Hein, Gärtnerin, erntet Galaxy-Gurken.

Quelle: Laura Ebeling

Isernhagen. „Cucumis sativus“ – Gemüsefreunde wissen, was sich hinter diesem botanischen Namen verbirgt und je nachdem klein oder groß, glatt oder haarig, dick oder schmal, gerade oder krumm ist. Richtig, die Gurke. Lateiner könnten noch „acidus“ ergänzen, aber als Sorte gibt es sie nicht, die saure Variante, die sprichwörtlich ist für die nachrichtenarme Zeit. Keine Gurke ist von Anfang an sauer – sie wird es erst, wenn man sie einlegt.

„30 bis 40 Gläser ist der Jahresertrag, das reicht bis Weihnachten“, berichtet Kleingärtner Helmut Block aus der Hohnhorster Bauerschaft. Seine Einmachgurken kommen süß-sauer auf den Tisch. Blocks Hobby ist leicht beschrieben: der Schrebergarten an der verlängerten Hainhäuser Straße. Innerhalb von acht Wochen sind dort aus Gurkensamen stattliche „Vorgebirgstrauben“ mit gutem Ertrag geworden. Eine Woche nach der ersten Ernte stehen schon sechs Ein-Liter-Gläser davon im Regal. Seit zwölf Jahren baut der Rentner seine Einmachgurken an. Blocks persönliches Highlight ist sein Gewächshaus, in dem er experimentiert – in diesem Jahr mit Schlangengurken der Sorte Quatro Mini.

Im Kleingarten hat Familie Stark ihre Beete schräg gegenüber. Bärbel Stark weiß, was der Gurke guttut. Ihren einzigen Setzling hatte sie erst nach den Eisheiligen nach draußen gestellt, die ersten Schlangengurken sind schon, klassisch im Salat oder pur, verspeist. Tochter Sarita vernascht sie einfach so zwischendurch. „Nicht so wässerig und fester im Kern“, urteilt die 17-Jährige kennerhaft. „Sie sind vielleicht nicht immer kerzengerade wie die aus dem Supermarkt, aber sie schmecken dafür umso besser“, schwärmt Mutter Bärbel Stark – „und ganz ohne Dünger“.

Also ganz so wie bei den Profis in Neuwarmbüchen – natürlich und ohne Dünger. Auf 400 Quadratmetern gedeihen in den Gewächshäusern der Gärtnerei Rothenfeld 626 Pflanzen: Die Schlangengurkensorten Addison, Galaxy und Verdon wie auch die Minis Ministar, Quator und Picolino ranken sich an Schnüren in die Höhe. In den Gewächshäusern hat Gärtnerin Kristina Hein das Sagen. Ihr Team, bestehend aus drei Leuten, und sie kümmern sich täglich um die Gurken.

Und es gibt viel zu tun: die Jungpflanzen um die Schnüre wickeln, gießen, ernten. Im Freiland des Biobetriebs ist „La Diva“ die Gurke fürs Freiland. Ende April gesetzt, ist sie in den letzten Tagen komplett abgeerntet worden, die Setzlinge für die zweite Ernte sind gerade auspflanzungsreif. „Am beliebtesten sind bei uns die Schlangengurken“, berichtet Geschäftsführerin Annette Ohm, sprich die „Salatgurke“, wie sie im Volksmund heißt. Und um diesen Klassiker unter den Gurken sauer zu machen, bedarf es schon Essig oder Zitronensaft.

Großmutters Gurken-Rezept

Einen echten Gaumenschmaus verriet Küchenmeister Helmut Siebert. Er und seine Ehefrau Christiane leiten den Voltmers Hof in H.B. Man säubert Aalquappen und legt sie in einer Lake (1 Liter Wasser, 70 Gramm Salz, Dill, Lorbeer) für einen Tag ein. Dann den Fisch abtrocknen, bei 40 bis 50 Grad räuchern. Jetzt kommt die Gurke ins Spiel: Eine Salatgurke halbieren, Kerngehäuse entfernen und mit Pfeffer und Dill würzen. Dann die Räucherfilets mit frischen Meerrettichraspeln und gequirltem Eigelb auf eine Gurkenhälfte geben, mit der zweiten Hälfte abdecken, in Alufolie wickeln. Bei 160 Grad Umluft 15 Minuten garen, dann die Gurke in daumendicke Schreiben schneiden. Dazu empfiehlt Siebert Kartoffelpüree mit Röstzwiebeln.

Inge Blocks Rezept

Die Gurken der Blocks werden süß-sauer eingekocht – Ehefrau Inge Block enthüllt ihr Rezept: Man vermengt zwei Liter Wasser, ein Liter Essig, 125 Gramm Salz und 400 Gramm Zucker und rührt, bis sich die Kristalle in der Flüssigkeit aufgelöst haben. Gleichzeitig füllt man die Gurken zusammen mit einem Teelöffel Gurkengewürz, zwei Zwiebeln und einem Bund Dill in ein Ein-Liter-Einmachglas. Danach gießt man den Sud in das Gurkenglas und verschließt es. Im Anschluss werden die Gurken im Glas in einem Wasserbad 15 Minuten eingekocht. Der Trick: Das Wasser darf nicht kochen, sonst werden die Gurken zu weich und das Glas könnte platzen. Abschließend einfach abkühlen lassen und fertig!

Von Laura Ebeling

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