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Nabu bekämpft den Bärenklau

Isernhagen Nabu bekämpft den Bärenklau

Wer denkt, dass der Naturschutzbund jede Pflanze erhalten will, der irrt: Dem Riesen-Bärenklau hat der Nabu Burgwedel-Isernhagen den Kampf angesagt.

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Gerhard Walter vom Nabu Burgwedel-Isernhagen zeigt ein noch kleines Exemplar des Riesen-Bärenklaus.

Quelle: Frank Walter

Isernhagen. "Die Pflanze ist gefährlich“: Frank Kloas weiß genau, wovon er spricht – ist er doch selbst einmal mit den Pflanzensäften des Riesen-Bärenklaus in (schmerzhaften) Kontakt gekommen: "Meine Hand wurde groß wie ein Fußball“, meint er.

Bei Spaziergängen haben Mitglieder der "Arbeitsgemeinschaft Bärenklau“ des Nabu Burgwedel-Isernhagen die Vorkommen der auch als Herkulesstaude bekannten Pflanzen erkundet. Dank GPS-Gerät konnten die Standorte dann in Luftbildern kartiert werden. "Besonders schlimm ist es am Wiesenbach“, sagt Kloas – das Wasser habe die Samen über weite Strecken transportiert, die Population sich so jahrelang ausbreiten können, meint der Fachmann. Und jede einzelne Pflanze produziere 10 000 Samen.

Einige Jahre gibt es jetzt die Nabu-AG – "bis dahin hat die Herkulesstaude hier machen können, was sie wollte“. Jetzt ist das Ziel klar definiert: "Wir wollen alle Pflanzen vernichten“, sagt Kloas – und das ist schweißtreibend: Mit Spaten stechen er und seine Mitstreiter an diesem Tag die jüngeren Herkulesstauden nahe des Kirchwegs in K.B. aus und werfen sie auf die Wiese, wo sie vertrocknen. Dabei schützen sie sich mit Handschuhen und langer Kleidung. Die zwei bis dreijährigen Pflanzen hingegen, die bereits Blütenansätze zeigen, bringt der Nabu zur Mülldeponie – "und zwar als Sperr- und nicht als Biomüll, damit sie verbrannt werden“, erläutert Kloas. Nur so seien die Samen wirksam zu vernichten.

Öffentliche Stellen wie der Fachbereich Umwelt der Stadt Hannover oder die Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz, die Infoblätter zum Riesen-Bärenklau herausgegeben haben, sehen aber nicht nur Gefahren für Menschen und Tiere. Problematisch sei auch, dass die Pflanzen sich sehr stark ausbreiteten und einheimische Arten verdrängten.

Anne Walter vom Nabu hofft deshalb bei der Bekämpfung auch auf die Mithilfe der Burgwedeler und Isernhagener, die den Bärenklau auf Privatgrundstücken den Garaus machen sollten. Wer dazu Fragen hat, kann sich unter Telefon (0151) 64586801 an den Nabu wenden.

Riesen-Bärenklau: Imposant, aber gefährlich

Mit bis zu vier Metern Höhe und den großen weißen Blütendolden ist die ursprünglich im Kaukasus beheimatete Herkusstaude eine imposante Pflanze. Im 19. Jahrhundert wurde sie in botanischen Gärten in Deutschland kultiviert, von wo sie dann auswilderte. Öffentliche Stellen sprechen mittlerweile von einer regelrechten Plage.

Alle Pflanzenteile enthalten die gefährliche Substanz Furocumarin, die in Kombination mit Sonnenlicht phototoxisch wirkt: Auf der Haut bilden sich teilweise erst nach Tagen juckende Blasen, die an schwere Verbrennungen erinnern, und eine Verfärbung, die monatelang anhalten kann. Als erste Hilfe werden gründliches Waschen und Sonnenschutzcreme empfohlen.

Dem Riesen-Bärenklau ähnlich im Aussehen ist der heimische Wiesen-Bärenklau. Dieser wird aber nur circa 1,30 Meter hoch, hat einen fleckenlosen Stängel, und die Blätter sind nicht so spitz gezackt. Er ist weit weniger giftig.

Von Frank Walter

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