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Vor dem Joghurt kommt die Panik

Isernhagen Vor dem Joghurt kommt die Panik

Mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche öffnet am Donnerstag, 1. September, der Rewe-Markt im Zentrum Altwarmbüchens. Bis dahin gibt es für die Mitarbeiter noch viel zu tun – und vor allem auszupacken.

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Noch gibt es viel im neuen Supermarkt zu tun: Bis zum 1. September soll aber alles fertig sein, verspricht der neue Marktleiter Marcel Peters.

Quelle: Carina Bahl

Altwarmbüchen. Wie ziehen eigentlich mehr als 10 000 Artikel in einen Einkaufsmarkt ein? Fast auf einmal, so scheint es. Wie in einem Ameisenhaufen bahnen sich zig Handwerker und Rewe-Mitarbeiter dieser Tage ihren Weg durch den Supermarkt. An der einen Stelle werden bereits Regale befüllt, auf der anderen Seite gilt es noch die Deckenbeleuchtung zu installieren. Überall stapeln sich Kisten, und auch die Einkaufswagen sind schon in Gebrauch – als Transportmittel für Werkzeugkästen. Und überhaupt: Soll der Fliesenspiegel an der Fleischtheke mit der Front der Auslage abschließen oder lieber mit den Bodenfliesen? Vorsicht! Schon rollt eine von diversen Kühltruhen durch den Markt – gleich daneben kämpft ein Elektriker mit der hochmodernen Kassenanlage. Hier werden Pakete aufgerissen, dort Deko-Schilder platziert.

Und mittendrin scheint nur ein einziger den Überblick über alles zu haben: Marcel Peters. Der 32-jährige wagt als Marktleiter den Sprung in die Selbstständigkeit. „Das ist schon aufregend“, gesteht er, während er links und rechts im Vorbeigehen Fragen von Mitarbeitern beantwortet. „Zum Glück gibt es fertige Layouts, wie die Regale auszusehen haben“, gibt er Einblick in einen Supermarkt-Einzug. Welches Müsli kommt wohin? Welcher Joghurt steht woneben? Und wie werden Bücher nach Bestsellern sortiert? „Wir bekommen Listen, und danach wird ausgepackt.“

Als erstes schaffen es die „Kolo-Produkte“ in den Laden – „Trockenfutter“ übersetzt es der 32-Jährige lachend. Was lang hält oder als „Non-Food“ sowieso nicht ablaufen kann, hat schon einen Platz im Regal in Altwarmbüchen gefunden. „Die frischen Sachen kommen dann erst kurz vor der Eröffnung.“ Dass diese für den 1. September recht kurzfristig angesetzt ist und manch ein Bürger, der an der Großbaustelle vorbeiläuft, daran auch zweifelt, weiß Peters: „Es gibt immer diesen einen Moment, wo man Panik bekommt, dass man es nicht schafft“, sagt er und überlegt laut: „Den haben wir glaub’ ich hinter uns, jetzt läuft das.“

Der neue Markt gilt als „Green Building“: LED-Lampen sorgen für umweltfreundliches Licht, die Abwärme der Kälteanlagen wird zur Beheizung genutzt, und vor sämtlichen Kühlregalen befinden sich Türen, um Energie zu sparen. Die 60 Parkplätze vor dem Eingang sind inzwischen gepflastert – zig Einkaufswagen werden darauf in Reih und Glied geschoben. „Wir hätten gern mehr Parkplätze gehabt“, sagt der Marktleiter. „Aber mehr hätten einfach nicht gepasst. Dafür ist der Standort ideal.“ Die Nachbarschaft zum Penny sieht Peters optimistisch: „So ein Discounter hat seine eigenen Kunden“, erklärt er, überlegt und ergänzt: „Bisher hatte Penny nur eben unsere Kunden auch.“ Denn: „Wo kann man hier in Altwarmbüchen sonst schon einkaufen? Bis ins A2-Center ist es weit“. Den lang gehegten Wunsch vieler nach einem Markt mit Vollsortiment im Zentrum kann er daher gut nachvollziehen.

Im Gegensatz zum Penny, der die Einkaufskörbe vor Jahren abschaffte, nachdem sie immer gestohlen worden waren, zeigt sich Peters noch risikofreudig: „Wir versuchen das erst einmal.“ Mit dem Bäcker Bertermann, der im Rewe-Vorraum öffnen wird, hat Altwarmbüchen im Zentrum auch wieder Brötchen am Sonntag. Und wie bringt Peters seine eigene Note in den Supermarkt ein? „Ich bin der absolute Obst- und Gemüsetyp. In Isernhagen werde ich mich jetzt erst einmal auf die Suche nach regionalen Anbietern begeben.“ Seine Personalsuche ist bereits erfolgreich gewesen: 16 neue Kräfte hat er verpflichtet, vier weitere Mitarbeiter aus dem Rewe im CCL mitgebracht, wo er die vergangenen zehn Jahre beschäftigt war. „Echte Fachkräfte“, schwärmt Peters – aus „seinem“ Obst- und Gemüsebereich. Wie sollte es anders sein.

Chronik der Supermarkt-Suche

Die Forderung nach einem Supermarkt ist so alt wie das Zentrum selbst. Es fehlt zwar nie an Interessenten, aber stets am passenden Grundstück. Seit 2009 wird intensiv danach gesucht – der Blick fällt schnell auf die Fläche neben dem Rathaus. Aber dort steht die katholische Kirche. Im Februar 2013 der Durchbruch: Heilig Kreuz einigt sich mit Bistum und Gemeinde auf einen Flächentausch. Auf das Kirchengelände darf der Supermarkt, direkt gegenüber lässt die Gemeinde zwei Häuser abreißen, um Platz für eine neue Kirche zu schaffen. Aus Angst vor der Konkurrenz schließt im Juni 2015 der NP-Markt im Zentrum, ein Jahr später zieht dort die Gemeindebücherei ein. Der Bebauungsplan fürs Zentrum wird 2015 rechtskräftig. Ab Dezember reißen Bagger die alte Kirche ab, im Januar 2016 wird der Grundstein für die neue gelegt. Im Frühjahr beginnen die Bauarbeiten für Rewe – trotz der Klage eines Anwohners.

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Von Carina Bahl

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