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Rat schiebt 36 Millionen Euro-Investition an

Isernhagen Rat schiebt 36 Millionen Euro-Investition an

Rund 24 Millionen Euro für einen Schulneubau samt neuer Sporthalle und einem Jugendtreff sowie rund 12 Millionen Euro für die Sanierung und den Umbau des bestehenden Schulzentrums: Der Rat hat mit großer Mehrheit die wohl größte Investition der Gemeinde aller Zeiten beschlossen.

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36 Millionen Euro will der Rat in den nächsten Jahren in den Schulcampus am Helleweg in Altwarmbüchen investieren, um IGS und Gymnasium mit genügend Platz auszustatten, dem Jugendtreff eine neue Heimat zu schenken und Schülern wie Vereinen eine Vierfeldhalle zur Verfügung zu stellen.

Quelle: Symbolbild

Isernhagen. 36 Millionen Euro für den „Campus Isernhagen“ – das wäre im Rat am Donnerstagabend fast eine Sache von Sekunden geworden. Im Nu waren die Hände der Politiker für den Neubau am Helleweg in Altwarmbüchen in die Höhe geschossen. „Das geht jetzt aber schon ein wenig schnell, oder? Das ist immerhin ein sehr großes Projekt“, betonte Hans-Edgar Ojemann (SPD). Wenn schon keine inhaltliche Beratung, diese hätten ja die Fachausschüsse geführt, so sollten die Fraktionen doch dennoch etwas dazu sagen. „Der Campus ist ein Highlight, aber hat einen kleinen Wermutstropfen“, sagte der SPD-Politiker. Dass die auslaufende Realschule in die Hauptschule ausgelagert werden müsse, sei schade, aber angesichts fehlender Alternativen vertretbar.

Auch Christiane Hinze (FPD) wusste um diesen Wermutstropfen: „Ich habe mit vielen Eltern gesprochen und eine Sorge ist auch die Lehrerversorgung.“ Schon jetzt würden Lehrer an der Realschule fehlen – die Wahrscheinlichkeit, dass sich für eine auslaufende Schule schnell neue finden lassen, sei gering. „Das wird so ein Standortwechsel nicht leichter machen“, sagte Hinze. Zumal aktuell die IGS-Lehrer die Vakanzen an der Realschule auffangen könnten.

Der großen Zustimmung für den neuen Schulcampus tat das aber keinen Abbruch. „Die CDU gilt ja nicht gerade als IGS-Erfinder, aber als jemand, der sich vom Elternwillen überzeugen lässt“, sagte Heinrich Bätke (CDU). Der neue Campus erhalte definitiv CDU-Zustimmung, „auch wenn die Investition weitere finanzielle Herausforderungen nach sich ziehen wird“. „Ich bin stolz darauf, dass wir diesen Schritt so entschieden gehen“, ergänzte Fabian Peters für die Grünen. „Der Campus wird in der Nachbarschaft seinesgleichen suchen. Und wenn wir das Geld nicht für die Schulen ausgeben, wofür denn dann?“, fragte er.

Diese große Einigkeit im Rat, die in den vergangenen Monaten alles andere als selbstverständlich war, beschwor auch Bürgermeister Arpad Bogya: „Im Kern wollen wir doch alle, dass die Schüler in Isernhagen sich an den Schulen vor Ort wohlfühlen. Da steckt viel Arbeit und viel Geld drin, aber das ist es wert.“

Der Zeitplan, den die Gemeinde sich gesetzt hat, ist straff: Bis nächstes Jahr soll eine Ausschreibung fertig und ein Generalunternehmen für den Bau gefunden sein. Auch Baubeginn soll noch 2018 sein – mit der Fertigstellung wird spätestens Anfang 2020 gerechnet. Da für den Neubau der Schule die alte Sporthalle abgerissen werden muss, müssen sich die Vereine mindestens für ein Jahr Alternativen suchen. Auch der Schulsport muss für diese Zeit anders organisiert werden. Ist der Neubau fertig, soll im Anschluss der Altbestand umgebaut und saniert werden.

Weitere Beschlüsse in Kürze

Gestaltungssatzung: Die Schönheitsregeln für die ersten Baureihen an den Ortsdurchfahrten in H.B., K.B., F.B. und N.B. sind seit Donnerstagabend offiziell festgelegt. Im Mai soll die örtliche Bauvorschrift Rechtskraft erlangen. Dann ist Schluss mit dem Bau spanischer Würfelvillen und pinker Glitzerdächer zwischen den alten Höfen.

Kirche kann loslegen: Der Satzungsbeschluss für die Änderung des Bebauungsplans „Ortsmitte“ steht. Das heißt: Die evangelische Christophorus-Gemeinde in Altwarmbüchen darf ihre Fläche für Wohngrundstücke vermarkten, um aus dem Erlös die Sanierung ihres Gemeindezentrums an der Bernhard-Rehkopf-Straße zu finanzieren.

Der HULK ist da: Humor haben die Politiker damit wohl bewiesen: Der umständliche AGBLKU diskutiert ab sofort unter dem Namen HULK. Hinter dem Kürzel verbirgt sich aber kein Comic-Kraftprotz, sondern der Ausschuss für Hochbauten, Umwelt, Liegenschaftsverwaltung und Klimaschutz.

Keine Hort-Container: Vorerst wird es keinen Container für zusätzliche Hortplätze in Altwarmbüchen geben. Die Verwaltung sicherte den Politikern wie den Eltern im Rat aber zu, dass alle, die eine Absage im Hort erhalten hatten, ihr Kind bei der VHS-Hausaufgabenhilfe betreuen lassen können. Der Bedarf werden komplett gedeckt. Die VHS könne allerdings nicht, wie von den Politikern gewünscht, ihre Betreuung um eine Stunde bis 16 Uhr ausdehnen, berichtete Bürgermeister Bogya: „Das ist personell für die VHS nicht zu leisten.“

Von Carina Bahl

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