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Neun Monate Haft für T-Shirt-Dieb

Isernhagen Neun Monate Haft für T-Shirt-Dieb

Ein betrunkener Einbrecher im Hochzeitsoutfit hat in zwei Geschäften in Altwarmbüchen großen Schaden angerichtet - und lediglich ein Kindershirt für 9,95 Euro gestohlen, obwohl er nicht mal Nachwuchs hat. Jetzt stellte ihm das Schöffengericht Burgwedel die Quittung dafür aus.

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Quelle: Symbolbild

Altwarmbüchen. „Die Taten machten einfach keinen Sinn“: Dieser Schlussfolgerung von Amtsrichter Michael Siebrecht schloss sich auch der Strafverteidiger des heute 30-Jährigen in seinem Plädoyer an. Ein hellgraues „Star Wars“-Langarmshirt in Kindergröße, das sei in Ermangelung eigener Kinder nicht so recht „diebesgutgeeignet“, führte der Rechtsanwalt aus. Was ihn dabei geritten hatte, vermochte der geständige Angeklagte selbst auch nicht zu beantworten: „Ich habe mich hinterher immer wieder gefragt, was das sollte.“ War der Alkohol schuld, den der Mann zuvor bei einer Hochzeitsfeier getrunken hatte? Doch selbst mit 1,2 Promille - diesen Wert hatte die Polizei kurz nach der Tat gemessen - sei man ja „nicht gigantisch betrunken“, wie der Amtsrichter anmerkte.

Noch im feinen Zwirn der Hochzeitsfeier hatte der damals 28-Jährige an einem Januarmorgen 2013 nacheinander erst die Scheiben eines Möbelgeschäfts und dann eines Spielwarenladens in Altwarmbüchen mit Pflastersteinen und Fußtritten traktiert und so Tausende Euro Schaden angerichtet. Die Schaufensterscheiben hatten sich als zu stabil erwiesen, die Eingangstüren den Angriffen jedoch nicht standgehalten. Während ihm die Möbel offenbar zu unhandlich erschienen und er diesen Laden ohne Beute verließ, stahl der Mann aus dem Spielwarenladen besagtes Kindershirt. Dieses deponierte er draußen und kehrte dann in den Laden zurück, wo ihn die Polizei festnahm - die Alarmanlage hatte ausgelöst.

Trotz des Geständnisses, des Alkoholkonsums und der langen Verfahrensdauer verurteilte das Schöffengericht den Mann wegen besonders schweren Diebstahls zu einer neunmonatigen Freiheitsstrafe, allerdings zur Bewährung. Der Blick ins Vorstrafenregister, das 16 Einträge meist wegen Beleidigung und Schwarzfahren aufweist, zeige, dass er „immer wieder Grenzen überschreite“, so die Begründung des Richters.

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