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Nicht genug Kita-Plätze für alle Flüchtlinge

Isernhagen Nicht genug Kita-Plätze für alle Flüchtlinge

401 Flüchtlinge leben in Isernhagen, darunter viele im Kita-Alter. Doch nicht für alle gibt es Betreuungsplätze – trotz des auch für die Neuankömmlinge geltenden Rechtsanspruches auf Kitaplätze. Denn nicht nur Flüchtlinge, sondern auch Einwohner aus anderen Gemeinden zogen vermehrt her.

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Die Kitaplätze in Isernhagen reichen nicht für alle Flüchtlingskinder – Vorrang haben die Fünfjährigen.

Quelle: Symbolbild: dpa/Hauke-Christian Dittrich

Isernhagen. 60 Kinder im Kita-Alter, 40 davon für einen Betreuungsplatz angemeldet, doch nur 20 Kinder hat die Gemeinde unterbringen können – diese Zahlen nannte Amtsleiterin Silvia Voltmer am Dienstagabend im Sozialausschuss. Sie hätten den Anspruch, wüssten das zu 95 Prozent auch – "aber wir haben definitiv nicht die Plätze. Wir sind voll.“

Grund dafür sei nicht nur der Zustrom an Flüchtlingen, hinzu kämen auch die weiteren Zuzüge ins Gemeindegebiet – so schnell könne man die Kita-Kapazitäten nicht erweitern, so Voltmer. Die Situation sei im vergangenen Jahr gekippt. "Das hatten wir zuvor noch nie. Die Versorgung lag immer bei 100 Prozent.“ Gleichzeitig könne man nicht zu viele Flüchtlingskinder pro Gruppe unterbringen: "Die pädagogische Arbeit muss gewährleistet sein“, so die Amtsleiterin mit Blick auf die Sprachkenntnisse.

Auf Unterstützung von außen kann die Gemeinde in dieser Situation nicht hoffen. Man habe bereits beim Land nachgefragt, ob man den vorgeschriebenen Standard senken könne – beispielsweise, wenn man einen großen Raum habe, aber manches Detail nicht ganz den Vorschriften für Kitas entspräche, so der Erste Gemeinderat Frank Niemeier. "Aber das dürfen wir nicht.“

Um Flüchtlingskinder dennoch gerade mit Blick auf die deutsche Sprache bestmöglich auf den Besuch der Grundschule vorzubereiten, legt die Gemeinde Isernhagen den Fokus auf die Fünfjährigen. Diese erhielten vorrangig einen Kindergartenplatz, wie Voltmer den Sozialausschuss-Mitgliedern erläuterte. Auch das sei schon schwierig und nicht immer direkt am Wohnort der Familien möglich.

Für die weiteren Kinder gibt die Gemeinde niedrigschwellige Betreuungsangebote in den Sammelunterkünften als Ziel vor. In der neuen Flüchtlingsunterkunft an der Seestraße beispielsweise soll das DRK, dass dort die Betreuung übernimmt, ein solches Angebot schaffen – "mit einer Erzieherin“, betonte Niemeier die Qualifikation des Personals.

Von Frank Walter

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