Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Beim "Altival" ist Stephan Weil der Stargast

Altwarmbüchem Beim "Altival" ist Stephan Weil der Stargast

Rund 100 Gäste haben beim zweiten "Altival" der Isernhagener Jusos den Aufruf von Stephan Weil beklatscht, bei der Kommunalwahl am 11. September ihre Stimme abzugeben: "Demokraten wählen Demokraten", mahnte der SPD-Landesvorsitzende und Ministerpräsident am Sonnabendabend in der Altwarmbüchener Ortsmitte.

Voriger Artikel
Zu viel Verkehr in den Altdörfern?
Nächster Artikel
FCN findet gleich drei gute Gründe zum Feiern

Altival-Initiator Philipp Neessen begleitet den politischen Stargast Stephan Weil von Tisch zu Tisch.

Quelle: Martin Lauber

Altarmbüchen. Celina Schultheiß ließ sich von der leicht verspäteten Ankunft des prominenten Gastes nicht irritieren - die 16-jährige Isernhagenerin sang beim Open Air gerade zur eigenen Gitarrenbegleitung ihr Lieblingsstück von Alanis Morisette. So hatte Weil, der vom Heideblütefest in Schneverdingen kam, vor seiner kurzen Ansprache in Altwarmbüchen noch Zeit für einen Plausch mit Bürgern, die vor dem Tandur bei Livemusik und endlich ins Erträgliche sinkenden Temperaturen den Sommerabend genossen.

Isernhagens SPD-Chef Herbert Löffler konnte der Versuchung nicht widerstehen, beim Landesvater den alten Wunsch nach einem Stadtbahnanschluss für Kirchhorst loszuwerden und musste sich mit einem erwartungsgemäßen "Schauma ma" zufrieden geben.Wichtiger war Weil zwei Wochen vor der Kommunalwahl diese Botschaft: "Ich habe noch keine Zeit erlebt, in der so viele Miesmacher unterwegs waren wie jetzt." Von ihnen - Weil sprach ausdrücklich die AfD an - dürfe man sich nicht irre machen lassen. 33 Prozent weniger Arbeitslose und 20 Prozent mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Region Hannover gegenüber 2006: Der Zehn-Jahres-Vergleich spreche eine andere Sprache. "Ein solches Gemeinwesen hat es verdient, dass alle Demokraten zu ihm stehen", so Weils Wahlaufruf.

Und dann ließ sich der frühere Oberbürgermeister von Hannover ("Da wird man zwangsläufig zum Hobby-Städtebauer") auf Nachfragen noch seine ganz subjektive Meinung entlocken zu den Musterpflasterflächen vor dem Rathaus. Die Altwarmbüchener hatten ihren Geschmack online kundgetan über die sieben Pflasterproben für die Neugestaltung der Ortsmitte, die das Land Niedersachsen  siebenstellig bezuschussen wird. Der Landesvater persönlich bevorzugt die Steine rechts außen (vom Rathaus aus gesehen): Ihre Helligkeit und Kleinteiligkeit, so vermutet Weil, werde ein "gewisses Wohlbefinden" erzeugen.

doc6r7ythanko4fgoczgwk

Fotostrecke Isernhagen: Beim "Altival" ist Stephan Weil der Stargast

Zur Bildergalerie

Interview mit Stephan Weil und Philipp Neessen

Am Rande des „Altivals“ äußerten sich der SPD-Landesvorsitzende  Stephan Weil (57) und der Isernhagener Juso-Vorsitzende Philipp Neessen (21) im Gespräch mit Redakteur Martin Lauber zur Kommunalpolitik und zum politischen Engagement junger Menschen.

Herr Neessen, Sie sind 21. Ihr Gast ist 57, Parteichef und auch noch Ministerpräsident. Ist Ihnen das Du unter Genossen schwer gefallen?

Neessen: Nein, überhaupt nicht.

Weil: Das ist weniger eine Frage des Alters als der Zugehörigkeit zur Partei. Das Du drückt Nähe aus, ohne die ich mir unsere Partei nicht vorstellen könnte.

Waren die Jusos früher aufmüpfiger, Herr Weil?

Weil: Ich bin mit 28 in der Hochschulgruppe in Göttingen Juso geworden. Die Verhältnisse waren zwar ganz anders, aber aufmüpfig sind die Jusos auch heute noch. Beim Handelsabkommen Ceta und der Datenvorratsspeicherung schaffen wir es derzeit nicht immer, sie zufriedenzustellen. Aber wenn die aufhörten, uns Pfeffer zu geben, liefe was falsch.

Muss man für den richtigen SPD-Stallgeruch Juso gewesen sein?

Weil: Nicht unbedingt, denken Sie an Hannelore Kraft, die ist glaube ich erst mit 33 in die SPD eingetreten. Aber natürlich wünsche ich mir mehr junge Leute in allen demokratischen Parteien und eine höhere Wahlbeteiligung, die bei Jungen leider immer besonders niedrig ist. Was dabei herauskommen kann, ist beim Brexit zu besichtigen. Den haben die Alten entschieden.

Aber Kommunalpolitik ist doch nicht unbedingt sexy, oder?

Weil: Bis ich Ministerpräsident wurde, habe ich Kommunalpolitik gemacht. Sie hat einen großen Vorteil: Man sieht ganz konkret, ob es gut geht, was man entscheidet. Diese Unmittelbarkeit macht einfach großen Spaß, das habe ich als OB von Hannover erfahren. Man lernt die Gesellschaft und das Leben kennen.

Neessen: Also, ich bin jetzt seit sechs Jahren in der Partei und kandidiere, weil ich mich sehr darauf freue, meinen Ort mitzugestalten.

Noch ein Wort zu Isernhagen: Hat es Sie als OB nicht geärgert, dass der kleine Nachbar auf der grünen Wiese dem großen Hannover so viel Kaufkraft abzieht?

Weil: So eine Stadt wie Hannover muss stark genug sein. Bei uns hat sich das sehr solidarische System der Region Hannover in den letzten 15 Jahren gut bewährt. Wenn Isernhagen Gewerbesteuern einnimmt, profitieren über die Umlage alle davon. Die Region Hannover ist immer noch ein einmaliges Erfolgsmodell – und zwar europaweit.

Herr Neessen, ist Herr Weil ein Vorbild für Sie?

Neessen: Ja.

Weil: (schmunzelt) Wichtig ist, dass man Politik aus Freude an der Politik macht, nicht für die Karriere. Berufspolitiker bin ich erst mit 47 Jahren geworden

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sm6e19282awue1xchg
Wo ist der Hydrant? App weist den Weg

Fotostrecke Isernhagen: Wo ist der Hydrant? App weist den Weg