Ein Blick in den Motorraum des mintgrünen Chevrolet Apache verblüfft: Trotz ihrer sechs Zylinder wirkt die Maschine ein wenig verloren, und auch der Blick auf den Asphalt des Parkplatzes ist möglich – kein Vergleich zu den kompakt verschachtelten modernen Motoren. Nicht zuletzt wegen seiner auffälligen Farbe ist der Apache beim Oldtimertreffen auf dem Adler-Parkplatz im Gewerbegebiet Altwarmbüchen ein Hingucker gewesen.
Thorsten Beck fährt den 1959 gebauten Pickup seit vier Jahren und versucht, ihn originalgetreu in Schuss zu halten. Das ist nicht leicht. „Es ist verdammt schwer, Teile zu bekommen“, sagt der Garbsener. Die Lichtmaschine brachte irgendwann nicht mehr die volle Leistung, sodass alle 1000 Kilometer die Batterie neu aufgeladen werden musste. Ersatz gab es aber keinen mehr. Eineinhalb Jahre suchte Beck vergeblich. Zwar gelang es ihm, einen Mechaniker zu finden, der die Lichtmaschine repariert hätte. Doch dafür wollte der Mann 1500 Euro haben.
Also baute Beck schließlich schweren Herzens eine moderne Lichtmaschine ein. „Ein Stilbruch“, sagt er. Aber er habe den Wagen alltagstauglich haben wollen. Nicht mehr verfügbare Teile seien aber ein schwerwiegendes Problem: „So werden Autos nach und nach verhunzt.“ Langwierig sei auch die Suche nach einem Radio gewesen, das in den engen Raum im Armaturenbrett passte. Einfach das Radiofach aufzusägen, wäre unverzeihlich gewesen.
Jens Kunstein, der das Treffen organisiert hat und selbst mehrere alte Autos fährt, ist mit der Resonanz zufrieden. Das Treffen sei markenoffen, von Mopeds über Motorräder und Kleinwagen wie einer BMW Isetta, einem Käfer bis zu amerikanischen Straßenkreuzern sei alles dabei. Die fünfziger Jahre sind Kunsteins Hobby: „Da wollte ich einfach etwas organisieren.“ Und zwar ganz ohne Kommerzgedanken. Der Eintritt beim Treffen sei sowohl für das Publikum als auch für die Fahrer frei.
Thomas Tschörner
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