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Ortsrat N.B.: Neustart mit Misstönen

Isernhagen N.B. Ortsrat N.B.: Neustart mit Misstönen

Paukenschlag im Ortsrat N.B.: In einer Kampfabstimmung hat eine Ampelkoalition am Dienstagabend Günter Leydecker (SPD) zum neuen Ortsbürgermeister gewählt. Seine Amtsvorgängerin Renate Matz-Schröder (CDU) legte enttäuscht ihr Mandat nieder.

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Der neue Ortsrat Isernhagen N.B. mit Heinrich Bätke (CDU, von links), Johanna Bogenstahl (CDU), Burkhard Kinder (CDU), Ortsbürgermeister Günter Leydecker (SPD), Andreas Kurth (FDP), Gudrun Krone-Höpfner (SPD) und dem stellvertretenden Ortsbürgermeister Fabian Peters (Grüne).

Quelle: Frank Walter

Isernhagen N.B.. Die CDU hatte bei der Kommunalwahl auch in N.B. Federn lassen müssen. Zwar wurde sie 46,9 Prozent erneut stärkste Kraft im Ortsrat, doch die Mehrheit hat sie eingebüßt: Drei CDU-Politikern sitzen zwei SPD-Mitglieder und je ein Vertreter der FDP und der Grünen gegenüber.

Vergeblich warb Heinrich Bätke (CDU) für eine vierte Amtszeit von Renate Matz-Schröder als Ortsbürgermeisterin, führte ihr Engagement und das gute persönliche Wahlergebnis als Argumente an. Doch mit 4:3-Stimmen setzte sich Matz-Schröders bisheriger Stellvertreter Leydecker (SPD) als neuer Ortsbürgermeister durch. Matz-Schröder, die die Wahl kopfschüttelnd verfolgt hatte, gratulierte ihrem Nachfolger ganz knapp: „Herzlichen Glückwunsch“.

In seiner Antrittsrede betonte Leydecker, dass zum ersten Mal seit der Gebietsreform 1974 keine Partei in N.B. die absolute Mehrheit habe. Das bedeute, dass künftig Mehrheiten gesucht und überzeugt werden müssten. „Ich finde das spannend und freue mich drauf.“ Dann dankte Leydecker seiner Amtsvorgängerin. „Unsere Zusammenarbeit war immer vertrauensvoll, und wir konnten uns auf den anderen verlassen. Auch persönlich verstanden wir uns gut. Und ich hoffe, dass wir auch weiterhin freundschaftlich verbunden bleiben.“

Die so Angesprochene antwortete kühl: Sie habe die Zusage gehabt, dass sie bei der Wahl zur Ortsbürgermeisterin Leydeckers Stimme bekomme. Erst am Freitag habe dieser ihr klar gemacht, dass er selbst kandidieren werde. „Günter Leydecker hat sein Wort gebrochen“, sagte Matz-Schröder, legte im selben Atemzug ihr Mandat nieder und verließ kurz darauf den Saal.

Seine Unterstützer-Zusage stamme aus der Zeit vor der Kommunalwahl, als er sich nicht habe vorstellen können, dass die CDU ihre absolute Mehrheit verlieren würde, relativierte Leydecker am Tag nach der Sitzung. Dann aber hätten ihm FDP und Grüne für eine eigene Kandidatur ihre Unterstützung zugesichert. „Und da habe ich zum Ende meiner politischen Karriere richtig Lust drauf“, sagt der 74-Jährige, der seit 31 Jahren im Ortsrat mitwirkt.Leydecker als Stellvertreter zur Seite steht künftig Fabian Peters (Grüne), der sich in der Abstimmung gegen CDU-Mann Bätke durchsetzte.

Im Ortsrat sorgten die Abstimmungsergebnisse für gegenseitige Vorwürfe – Bätke (CDU) beispielsweise sprach davon, dass der Wählerwille mit Füßen getreten werde. „Eine geht bitter weg, der andere hat einen bitteren Start – das sollte in einem Ortsrat nicht so sein“, bilanzierte Andreas Kurth (FDP).

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"Ich bin N.B.er und möchte mich bei meiner Ortsbürgermeisterin bedanken": Bürgermeister Arpad Bogya überreicht Renate Matz-Schröder zum Abschied aus dem Amt einen Blumenstrauß.

Quelle: Frank Walter

Von Frank Walter

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