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Wortlos, aber bestimmt nicht sprachlos

Isernhagen Wortlos, aber bestimmt nicht sprachlos

Mit dem Wahl-Isernhagener Peter Mim hat das Kulturzelt am Montagabend einen Höhepunkt erlebt: Als Charlie Chaplin begeisterte der Pantomime sein Publikum ohne Worte.

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Peter Mim bezieht als Charlie Chaplin das Publikum mit ein – wie hier Regina Pagelherschel.

Quelle: Jürgen Zimmer

Isernhagen. Die Bühne ist dunkel. Nichts ist zu sehen. Langsam hellt ein blaues Scheinwerferlicht sie auf. Vor einer weißen Leinwand liegt ein Mensch in Embryostellung auf der Erde, völlig regungslos, den Rücken zum Publikum gewandt. Der Mensch beginnt sich am Bein zu kratzen – und allen Zuschauern ist klar: Hier gibt es heute keinen Krimi.

Dafür ist Peter Mim auch nicht bekannt – aber für Pantomime der absoluten Spitzenklasse sehr wohl. „Charly Chaplin lebt weiter“, heißt sein Programm. Der Poet, Philosoph, Clown und Träumer, wie sich Mim auch selbst versteht, zeigte am Montagabend im Kulturzelt am Hufeisensee einem hingerissenen Publikum, warum er weltweit gefeiert wird.

Stumm ja, aber nicht sprachlos. Ganz im Gegenteil. Pantomime ist die dezente und diffizile Sprache des Körpers, der Gestik und Mimik, die unendlich viele Emotionen vermitteln kann. Eine gehobene Augenbraue hier oder ein gekonnter Augenaufschlag da erzählen ganze Geschichten. Kenner von Chaplin-Filmen erkannten die unvergessenen Motive wieder. Die Rasier-Szene aus „Der große Diktator“ oder der längst zum Klassiker gewordene „Brötchentanz“ aus „The Kid“.

Immer wieder bezieht Mim die Zuschauer mit ein, animiert sie, auf die Bühne zu kommen. Anfängliche Hemmungen baut er schnell ab, weil die Mitspieler merken, dass sie nicht bloß gestellt werden. Besondere pantomimische Fähigkeiten zeigteRegina Pagelherschel aus Langenhagen, die sich Mim als Herzdame auserkoren hatte. Für sie hatte er liebevoll ein Candlelight-Dinner arrangiert. Gehen durfte sie erst, als sie der Heirat und dem Wunsch nach zahlreichen Kindern zugestimmt hatte. Das alles natürlich wortlos. Und so endete ein wunderschönes Wiedersehen mit zwei Großmeistern in H.B.– Charlie Chaplin und Peter Mim.

Von Jürgen Zimmer

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