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Handyapp führt Reiterinnen ins Moor

Feuerwehreinsatz Handyapp führt Reiterinnen ins Moor

Knapp acht Stunden lang haben mehr als 90 Einsätzkräfte verschiedener Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks am Dienstag damit verbracht, zwei im Altwarmbüchener Moor eingesunkene Reiterinnen samt ihrer Pferde zu befreien.

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Quelle: Christian Elsner

Isernhagen. Die Freizeitpferdesportler­innen hatten sich eigenen Angaben zufolge bei ihrem Ritt von Lehrte nach Hannover auf eine App, ein spezielles Handyprogramm für Reiter, verlassen. Die Technik führte sie rund 1000 Meter vom letzten befestigten Weg ins Moor, wo die Pferde stecken blieben und sich nicht mehr befreien konnten. Der erste Notruf ging um 14.40 Uhr ein – erst gegen 22 Uhr waren Pferde und Reiterinnen in Sicherheit.

In Isernhagen musste die Feuerwehr und der THW zu einem Großeinsatz ausrücken, weil mehrere Pferde bis zum Bauch im Morast steckengeblieben waren. 

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Die Feuerwehr hatte zunächst Mühe, den genauen Standort der Reiterinnen ausfindig zu machen. Erst nach einer Handyortung gelangten die Helfer und ein Tierarzt zur Einsatzstelle. Die Pferde konnten schnell aus dem Morast befreit werden. Es fand sich allerdings kein Weg, auf dem die Tiere aus dem Moor herausgeführt werden konnte, da der Untergrund die Pferde nicht tragen konnte. Die Feuerwehr entschied sich schließlich, eigens für die Tiere einen provisorischen Weg im Moor anzulegen. „Über unsere guten Kontakte zu einem ortsansässigen Baumarkt konnten wir schnell große Siebdruckplatten besorgen“, sagt Einsatzleiter Marc Perl. Vier Helfer waren notwendig, um die Platten zu verlegen. Die Materialkosten von 500 Euro für die Platten wird die Feuerwehr den Reiterinnen in Rechnung stellen.

Nachdem das erste, 100 Meter lange Teilstück des Wegs fertig war, wurden die Pferde vorsichtig auf die Brücke geführt. „Wir hatten Glück, dass die Tiere den Weg angenommen haben“, sagt Perl. Nachdem die Pferde die Strecke bewältigt hatten, wurden die Platten hinter den Tieren wieder aufgenommen und vor den Pferden abgelegt. Auf diese Weise ging es im 100-Meter-Takt Stück für Stück zum rettenden befestigten Weg. Zwischendurch wurden die Pferde mit Futter und Wasser versorgt. Weil die Dunkelheit einsetzte, baute das Technische Hilfswerk Lichtmasten im Moor auf, um die Einsatzstelle taghell zu erleuchten.

Die Pferdesportlerinnen hatten sich bei ihrem Ritt offenbar auf die sogenannte „Reiter-App“ verlassen, die von der Vereinigung der Freizeitreiter in Deutschland (VFD) auf deren Internetseite beworben wird. Mit dem speziellen Programm für Smartphones können Reiter via GPS-Signal ihre Routen aufzeichnen und sie mit anderen teilen.

Martina Uhl, die im Freizeitreiter-Landesverband die Abteilung Wanderreiten leitet, hält allerdings nicht viel von der technischen Neuerung. „Ich verlasse mich lieber weiter auf Karten“, sagt sie. Sie fragt sich, was die Reiterinnen überhaupt dazu bewogen hat, diese Strecke auszuwählen: „In dieser Jahreszeit, wo selbst normale Wiesen wegen des Hochwassers morastig sein können, ins Moor zu reiten, ist schon etwas dusselig.“

Das Land und die Region Hannover wollen in den kommenden Jahren die Moore wieder aufwerten und weitere Flächen renaturieren. Eine Gefahr, dass dann vermehrt Reiter im Morast versinken, sieht Regionssprecher Klaus Abelmann nicht: „Es gilt dann, was schon jetzt gilt: Wer auf den Wegen bleibt, ist klar im Vorteil.“

 

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