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Pianistin verzaubert ihr Publikum

Isernhagen Pianistin verzaubert ihr Publikum

Nadejda Vlaeva hat für ihr Gastspiel bei der Reihe "Weltklassik am Klavier" im Isernhagenhof lang anhaltenden Applaus geerntet.

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Nadejda Vlaeva spielt "Weltklassik am Klavier".

Quelle: Jürgen Zimmer

Isernhagen F.B.. Nadejda Vlaeva sitzt kerzengerade in ihrem matt glänzenden, kupferfarbenen Kleid am Flügel, legt die Hände auf die Tasten, schließt die Augen und beginnt mit Franz Schuberts Klaviersonate Nr. 18 G-Dur Opus 78. Zuvor hat die in New York lebende junge Pianistin dem Publikum der Reihe Weltklassik am Klavier im Isernhagenhof auf Englisch erklärt, dass der bereits mit 31 Jahren gestorbene Schubert von seinen 21 begonnenen Sonaten lediglich zwölf vollendet hat – dazu gehört auch die von ihr gespielte.

Vlaeva braucht wenige Takte, um ihren sensiblen Anschlag voll zur Geltung zu bringen, aber dann hat sie ihren perfekten Rhythmus, und mit jedem Akkord steigt ihre Spiellaune. Die Magie ihrer Anschlagkunst beginnt zu wirken. Der Beginn diese Sonate, vom Verleger "Fantasie" getauft, gehört zu den schwierigsten Interpreten-Aufgaben der gesamten Literatur, und dabei scheinen die paar Akkorde doch kinderleicht zu sein. Viele Pianisten haben dort Probleme – und doch sagen nicht wenige, gerade diese sei ihre Lieblingssonate bei Schubert.
Nadejda Vlaeva hat keine Probleme, ihr gelingt eine wunderbare Interpretation. Was sie an farblichen Varianten herbeizaubert, ist betörend genug für eine Empfehlung.

Der zweite Teil gehörte einem anderen Romantiker, nämlich Franz Liszt. Kleine Charakterstücke, die dieser während seines Aufenthaltes in der Schweiz komponierte – aus Geldmangel, deswegen aber nicht weniger originell und voller Lebensfreude. Der Titel der Stücke "Années de pèlerinage" bezieht sich auf Goethes Entwicklungsroman, Wilhelm Meisters Lehrjahre. Wie der seinen Charakter auf seiner Reise entwickelt, nimmt der Komponist Liszt seine Reiseerfahrungen zum Anlass für neue Kompositionen

Der abschließende Auszug aus der Ungarische Rhapsodie Nr.9 Es-Dur und der anschließend aufbrausende Applaus sind einfach großartig. Auf vier Zugaben lässt sich die junge Pianistin ganz unprätentiös ein, und jedesmal schenkt sie ihrer achtjährigen Tochter in der ersten Reihe und dem ganzen Publikum ein bezauberndes Lächeln.

Weltklassik am Klavier

Kathrin Haarstick, die Initiatorin der Reihe "Weltklassik am Klavier", hat den Namen mit Bedacht gewählt. Die großartigsten Werke der klassischen Musikkultur und die bekanntesten Komponisten sollen einem breiten Publikum Eintritt in diese Musikwelt verschaffen oder die Wiedererkennung erleichtern. "Keine Experimente", könnte die Überschrift auch lauten, immer am ersten Sonntag des Monats und immer um 17 Uhr. Auch das ist gewollt, damit auch Kinder und Jugendliche, die bis 18 Jahre freien Eintritt haben, die Möglichkeit haben, ihre Erfahrungen mit klassischer Musik zu machen.

Von Jürgen Zimmer

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