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Protest gegen geplantes Achtfamilienhaus

Altwarmbüchen Protest gegen geplantes Achtfamilienhaus

Für die Anrainer fühlt es sich an wie die drohende Vertreibung aus ihrem Eigenheim-Paradies: Gegen den Bauvorbescheid der Region Hannover für ein geplantes Achtfamilienhaus haben sie Widerspruch eingelegt.

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Die Skizze aus dem Bauvorbescheid zeigt, wie massiv das Nachbargrundstück bebaut werden soll.

Quelle: Martin Lauber

Isernhagen. „Wir können alle nicht mehr ruhig schlafen“, sagt ein Anwohner. Alle bangten um ihre Privatsphäre. In den liebevoll gepflegten Gärten wird man auf dem Präsentierteller sitzen, so die Sorge. Von ihren höher gelegenen Balkonen, sagt er, hätten die künftigen Wohnungsinhaber aus Nummer 27 an der Isernhagener Straße freie Sicht.

So weit ist es aber noch nicht. Auslöser der schlaflosen Nächte ist der positive Vorbescheid der Region für die Baupläne der früher in Altwarmbüchen und heute in Lehrte ansässigen Firma Helma Eigenheimbau. Sie hat das Grundstück an der Isernhagener Straße erworben, um dort acht Eigentumswohnungen auf drei Etagen in einem Komplex unterzubringen, der aus zwei miteinander verbundenen Stadtvillen besteht. Dabei würde auch vom schützenden Grün das meiste für Parkplätze verloren gehen, sagt der Anwohner.

Das Helma-Grundstück liegt im unbeplanten Innenbereich, für den es keinen Bebauungsplan gibt. Nach Paragraf 34 des Baugesetzbuchs muss sich in solchen Lagen eine neue Bebauung ins bestehende Straßenbild einfügen. Laut Widerspruch der direkten Anrainer von der Wilhelm-Raabe- und der Isernhagener Straße kann davon keine Rede sein. Peter Stolpe hat errechnet, dass das Helma-Objekt mit einer Front- und Rückfläche von 28 mal elf Metern das größte angrenzende Haus um den Faktor 2,5 übertreffen würde. Das westlich angrenzende Friesenhaus würde „von dem Koloss optisch fast erdrückt“. Erst 2010/2011 hätten Gemeinde und Region den Bauherren an der Wilhelm-Raabe-Straße mündlich versichert, dass nebenan nur eine „ortsübliche anderthalbgeschossige Einfamilienhaus-Bebauung zulässig“ sei.

Wolfgang Becker von der Planungsabteilung der Gemeinde bestreitet das. Man habe die Helma-Bauvoranfrage gründlich geprüft, Unterlagen nachgefordert und sie dem Fachausschuss vorgelegt, der einstimmig akzeptierte. Auch die Region hatte Mitarbeiter vor Ort gehabt, sagt Sprecher Klaus Abelmann. Beide Behörden kamen zum Schluss, dass die maximale Bebaubarkeit zwar ausgereizt werden soll, die Bebauung sich ins Bild der näheren Bebauung aber einfüge. Nicht zuletzt wegen des sechs Jahre alten Hauses der Familie. „Der Bau hat uns damals wegen seiner Zweigeschossigkeit viel Kopfzerbrechen bereitet“, erinnert sich Becker.

Bei der Firma Helma Bau weiß man erst seit wenigen Tagen von den Widersprüchen. Zunächst sei die Region am Zug, sagte ein Sprecher. Ein Bauantrag sei noch nicht gestellt.

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