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Mit Menschlichkeit zum Bundessieg

Isernhagen Mit Menschlichkeit zum Bundessieg

Mit einem Kurzfilm über die Integration von Flüchtlingen in Sportvereinen hat die Realschule Isernhagen beim bundesweiten Wettbewerb "Kid Witness News" den ersten Platz belegt. Gemeinsam mit dem Verein "Politik zum Anfassen" haben die Schüler gezeigt, wie einfach Integration im Alltag möglich ist.

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Große Freude über den Bundessieg: Die Realschule Isernhagen hat mit ihrem Film über Flüchtlinge beim TSV Isernhagen den ersten Platz beim Panasonic-Wettbewerb "Kid Witness News" belegt.

Quelle: Carina Bahl

Isernhagen. Die Freude war am Montagabend bei der Preisverleihung unbändig: Realschüler, Flüchtlinge, TSV-Kicker, der Verein „Politik zum Anfassen“ – gemeinsam hatten alle im Herbst einen Film gedreht, der die Panasonic-Jury dazu bewegt hat, sie jetzt zum bundesweiten Sieger zu ernennen. Die Botschaft ihres Films lässt sich vielleicht so zusammenfassen: Es kann so einfach sein!

„Man schmeißt einen Ball ins Feld, und schon spielen alle Fußball“, beschreibt TSV-Trainer Sven Jellen seine Erfahrungen. Fußball, so zeigt es der Schülerfilm eindrucksvoll, ist der wohl kleinste gemeinsame Nenner aller Kulturen. Die Regeln sind international, der Teamgeist verbindet Menschen – ob aus Isernhagen, Syrien, Afrika oder dem Rest der Welt. Ängste und Skepsis werden abgebaut, Sorgen und Traumata geraten für einen wertvollen Moment in Vergessenheit. Nirgends scheint gegenseitige Akzeptanz so selbstverständlich zu sein wie auf dem Spielfeld.

Die Idee für den Film hatten die Schüler selbst entwickelt – ganz unkompliziert: Daniel schlug Flüchtlinge als Thema vor, Mitschülerin Sandra wusste, dass beim TSV Isernhagen schon längst Flüchtlinge die B-Jugendmannschaft verstärken. Wenig später ging es mit einem fertigen Drehbuch in der Hand und zahlreichen Kameras in die Sporthalle nach H.B. – und mit vielen tollen Interviews, wichtigen Erfahrungen und neuen Freundschaften zurück in die Schule. Die Erkenntnis auf dem Sportplatz sowie vor und hinter der Kamera bildet den krönenden Abschluss des teils sehr emotionalen Filmes: „Sie lernen zusammen zu leben. Ohne Angst. Wir sind nett, Ihr seid nett, also können wir zusammen leben“, sagt Suat Bozkurt, der beim TSV als Ansprechpartner für die Flüchtlinge fungiert, am Ende. Oder wie es Trainer Jellen ausdrücken würde: „Die gehören zur Mannschaft mit dazu. Ganz einfach.“

Sabine Müller, stellvertretende Gemeindebürgermeisterin, zeigte sich am Montagabend beeindruckt vom Film der 18 Realschüler – aber nicht verwundert über die Auszeichnung: „Ihr habt Euch die richtigen Fragen gestellt und dafür die richtigen Antworten gefunden“, lobte sie. Nach den Sommerferien geht es für die Realschüler, die nun schon zum zweiten Mal den Bundessieg mit einem Film erringen konnten, mit ihrem Werk zum Weltfinale nach Rio de Janeiro. Interessierte können den Film „Ankommen in Deutschland“ ab sofort im Internet auf politikzumanfassen.de/kwn sehen.

Von Carina Bahl

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