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Ärger um Aldi-Erweiterung

Isernhagen Ärger um Aldi-Erweiterung

Der Eigentümer des Crendelcenters in Altwarmbüchen möchte den Aldi-Markt vergrößern. Die Gemeinde hatte das abgelehnt, weil an dieser Stelle kein großflächiger Einzelhandel vorgesehen ist. Die Region hat sich jetzt aber über die Gemeinde hinweg gesetzt und einen Bauvorbescheid erteilt – zum Ärger von Politik und Verwaltung.

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Wie soll sich das Crendelcenter in Altwarmbüchen baulich entwickeln dürfen? Das möchte die Gemeinde per Bebauungsplan festlegen.

Quelle: Carina Bahl

Isernhagen. „Ich bin empört über diese Rigorosität der Region“, sprach Ulrich von Rautenkranz (FDP) im Bauausschuss am Mittwochabend den anderen Politikern aus der Seele. Die Gemeinde legt aktuell einen Bebauungsplan für das kleine Einkaufszentrum auf, um dauerhaft festsetzen zu können, was sich an dieser Stelle entwickeln darf und was nicht. Dass die Region der Gemeinde diese Zeit zum Planen nicht eingeräumt und den Antrag des Eigentümers nicht zurückgestellt hat, „das irritiert mich doch sehr“, so der FDP-Politiker. „Im Zweifelsfall müssen wir das durchklagen“, machte Bauamtsleiterin Heike Uphoff klar, dass nach einer juristischen Überprüfung durch den Anwalt der Gemeinde Aussicht auf Erfolg bestehe.

Das Problem: Der Aldi-Markt war vor Jahren ohne Bebauungsplan entstanden und mit 849 Quadratmetern genehmigt worden. Großflächiger Einzelhandel beginnt laut Rechtssprechung bereits ab 800 Quadratmetern. Die Frage ist also, ob damit nicht schon großflächiger Einzelhandel an der Krendelstraße besteht und damit auch 1200 Quadratmeter automatisch genehmigungsfähig sind.

Prinzipiell haben Verwaltung und Politiker aber gar nichts gegen einen größeren Aldi-Markt. „Wir wollen keinen Leerstand provozieren und natürlich hat auch ein Markt das Recht, sich zu vergrößern, um zukunftsfähig zu bleiben“, sagte Uphoff. In Kirchhorst und F.B. habe man sich auch für die Vergrößerung der Supermärkte eingesetzt. Der Plan der Gemeinde sehe daher vor, ein Sondergebiet an der Krendelstraße auszuweisen, das ausschließlich Discounter bis 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche zulässt. „Ein größerer Aldi-Markt würde nicht viel mehr Kunden und Verkehr bedeuten“, zeigte sich Heiko Weichert (Bürgerstimme) überzeugt von der Idee. Sollte die Region aber ohne eine solche Festsetzung im Bebauungsplan die 1200 Quadratmeter schon jetzt genehmigen, könnten auch Vollsortimenter wie Rewe und Edeka ins Crendelcenter ziehen. Diese würden nicht nur mehr Kunden und Verkehr anlocken, sondern auch die im Einzelhandelskonzept der Gemeinde definierten Zentren schwächen. „Wenn wir jetzt nichts machen, kann der Eigentümer dort im Prinzip machen, was er will“, warnte Uphoff.

Die Politiker sprachen sich daher einerseits dafür aus, künftig 1200 Quadratmeter für einen Discounter im Bebauungsplan festzusetzen, andererseits dafür, dass die Gemeinde erneut Widerspruch einlegen und im Zweifelsfall klagen soll. „Wir liegen am Boden, aber wir zappeln noch“, beschrieb Heinrich Bätke (CDU) den verärgerten Anwohnern des Crendelcenters im Publikum die Situation. Die Verwaltung hofft jetzt, dass mit dem erneuten Widerspruch erreicht wird, dass der Antrag des Eigentümers so lang zurückgestellt wird, bis der Bebauungsplan steht. „Vielleicht lässt sich auch noch eine Einigung finden“, sagte Uphoff. Denn in einem Punkt herrscht ja Konsens: Der ansässige Discounter soll sich vergrößern dürfen – aber eben nur dieser.

Weitere Themen aus dem Bauausschuss

Im Eiltempo diskutierte sich der Bauausschuss am Mittwochabend durch eine lange Tagesordnung. Grünes Licht gab es für die Gestaltungssatzung der Altdörfer, die nach dem Satzungsbeschluss nun im Mai Rechtskraft erlangen soll.

Die Änderung des Bebauungsplans „Ortsmitte“ in Altwarmbüchen, die der evangelischen Christophoruskirche ermöglicht, Teile ihrer Flächen als Baugrundstücke zu vermarkten, wurde ebenfalls empfohlen.

Die Einführung von Mitfahrerbänken im Gemeindegebiet lehnte der Ausschuss mehrheitlich ab, nachdem auch der Großteil der Ortsräte keinen Bedarf dafür gesehen hatte. Auch ein Pilotprojekt zwischen Neuwarmbüchen und dem Supermarkt in F.B. fand keine politische Mehrheit.

Der umstrittene Wertstoffsammelplatz im Neubaugebiet Wietzeaue in Altwarmbüchen wird auf Wunsch des Bauausschusses nun doch eingerichtet – der Ortsrat hatte das zuvor vehement abgelehnt, weil der Platz zu nah an der Kita liege und zusätzliche Autos in die Spielstraße locken würde. Wenn der Ortsrat Altwarmbüchen aber im Rahmen eines Gesamtkonzeptes einen Alternativstandort findet, sollen die Container umziehen dürfen, so die mehrheitliche Meinung des Bauausschusses.

Eine klare Absage erteilte der Ausschuss für die nachträgliche Genehmigung eines großen privaten Teiches in Isernhagen N.B.

Von Carina Bahl

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