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Richter sieht „noch Luft nach oben“

Altwarmbüchen Richter sieht „noch Luft nach oben“

Wegen mehrfachen Betrugs ist eine Frau vorm Amtsgericht zu einer fünfmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. „Sie fallen immer wieder auf“, hielt ihr der Richter ihr Strafregister vor.

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Vorm Amtsgericht Burgwedel ist die Angeklagte zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Quelle: Martin Lauber (Archiv)

Altwarmbüchen. Wenn eine vermeintlich geständige Angeklagte es sich im Gerichtssaal plötzlich anders überlegt, kann ein Richter schon mal deutlich werden: „Das ist kein Geständnis, das ist eine Geschichte. Und ich hätte die Zeugen nicht abladen dürfen“, hielt Michael Siebrecht der zur Tatzeit in Altwarmbüchen lebenden 54-Jährigen vor. Ihr Anwalt hatte vorab mitgeteilt, dass seine Mandantin voll geständig sei, was sich im Gerichtssaal allerdings als Trugschluss erwies: Der DSL-Router, den sie für 80 Euro beim Internetauktionshaus Ebay versteigert hatte, müsse offenbar auf dem Postweg verloren gegangen sein, wies die Frau den Betrugsvorwurf in diesem Anklagepunkt zurück. Sie blieb auch bei ihrer Aussage, als der Richter entgegnete, dass er den seit drei Monaten terminierten Prozess im Zweifelsfall neu ansetzen könne - dann mit dem Geschädigten, den er jetzt als Zeugen wieder ausgeladen hatte.

Dazu kam es letztlich aber nicht, Richter und Staatsanwaltschaft verständigten sich, das Verfahren in diesem Anklagepunkt einzustellen. Die fünf Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung, erhielt die gelernte Verkäuferin als Konsequenz für den ebenfalls angeklagten Betrug zulasten einer Tierärztin. Diese hatte die beiden Hunde der Frau insgesamt viermal bei Hausbesuchen wegen Hauterkrankungen behandelt und dann vergeblich auf die Begleichung der Rechnungen über insgesamt 425 Euro gewartet. Sie habe sich schlichtweg nicht darum gekümmert, gab die Hartz-IV-Empfängerin diese Taten zu.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft sah den Vorwurf des Betrugs bestätigt, da die Angeklagte die Tierärztin über ihre Zahlungsfähigkeit und -willigkeit getäuscht habe - Betrug erfordert Vorsatz. Sie forderte auch mit Blick auf das gut gefüllte Vorstrafenregister der Angeklagten eine sechsmonatige Bewährungsstrafe. Die Vorbelastungen der Frau waren es denn auch, die den Richter das kaum mildere Urteil sprechen ließen. Neun Vorstrafen wegen Betrugs, darunter gewerblicher Betrug in 42 Fällen, standen dort zu Buche. „Sie fallen immer wieder auf. Auch wenn es besser geworden ist - da ist noch Luft nach oben“, meinte er zur Urteilsbegründung.

Als Bewährungsauflage muss die Frau 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Ob es hilft? „Ich sag’ nicht auf Wiedersehen, ich sag’ Tschüss“, verabschiedete sich die frisch Verurteilte.

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