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Ein Zentrum und viele Fragen

Isernhagen Ein Zentrum und viele Fragen

Welches Pflaster? Welche Bäume? Welche Lampen? Welche Bänke? Das Zentrum sperren oder nicht? Die Gemeinde Isernhagen hat sich am Donnerstagabend bei einer Bürgerversammlung Meinungen eingeholt. Viele der Bürger hätten aber lieber über Ausgleichsbeträge und Genehmigungspflichten diskutiert.

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Bürgermeister Arpad Bogya ist enttäuscht über die geringe Resonanz bei der Einwohnerversammlung zum Zentrum Isernhagen.

Quelle: Carina Bahl

Altwarmbüchen. „Alle schreien immer nach Bürgerbeteiligung und dann kommt keiner“, zeigte sich Bürgermeister Arpad Bogya enttäuscht, dass nur rund 100 Isernhagener – um genau zu sein: Altwarmbüchener – die Einladung zur Bürgerversammlung wahrgenommen hatten. An verschiedenen Stationen im Schulzentrum holte sich die Gemeinde Einschätzungen zum Rahmenplan für das „Zentrum Isernhagen“ ein. In das festgelegte Sanierungsgebiet werden Kommune, Bund und Land in den nächsten zehn Jahren mehr als 2,2 Millionen Euro investieren.

Ein ebenerdiges Wasserspiel auf dem nördlichen Markplatz, einheitliches Pflaster, das das Kerngebiet optisch zusammenhält, das außerdem mit Bänken, neuer Beleuchtung und Begrünung aufgewertet werden soll: So sieht der grobe Plan aus, den die Bürger auch wohlwollend betrachteten. Zur Frage, ob die Zentrumsdurchfahrt künftig immer wie an Markttagen gesperrt sein soll – der Rat hatte diesen Beschluss einst gefasst – hatte das Plenum eine klare Meinung: Die Sperrung wird abgelehnt, bauliche Schikanen oder ein festinstallierter Blitzer aber wären erwünscht.

Die Bänke hätten die Anwesenden gerne klassisch – Holz mit Lehne. Bei den Lampen fand sich ein moderner Favorit. Zudem wollen die Bürger partout die Gingko-Bäume auf dem Marktplatz erhalten – auch wenn die amerikanische Esche oder ein größerer Ahorn, die der Rahmenplan in Szene setzt, optische Vorteile hätten.Das „Blaue Band“ als Idee neu aufzugreifen, kam gut an: Statt gefliester Aufmauerungen ist jetzt aber eine symbolische Wietze mit Leuchtsteinen im Boden angedacht.

So „konstruktiv“, wie Bogya den zweistündigen Austausch fand – so groß war hinterher auch der Groll bei manch einem Besucher. „Manipulativ“ fand der eine die Darstellung der Varianten, andere fanden es „feige, dass es nicht offen um Ausgleichsbeträge und Genehmigungen ging“. Denn: Der größte Teil der Besucher waren Bewohner des für die Zentrumserneuerung festgelegten Sanierungsgebietes, die sich ab sofort viele private Baumaßnahmen genehmigen lassen müssen und mit Ausgleichzahlungen für die Wertsteigerung ihrer Grundstücke durch die Sanierung rechnen müssen. Am Stand von Ulf-Bernhard Streit, Sanierungrtäger von der Niedersächsischen Landgesellschaft, ging es daher weniger konstruktiv als angriffslustig zu. „Das ist ja wie im Kommunismus – wie kann man so in die Privatsphäre der Menschen eingreifen?“, lautete einer der Vorwürfe.

„Die Unsicherheit ist groß“, fasste denn auch Streit die Gespräche am Ende zusammen. Aber: Beträge für die Ausgleichszahlungen könne er definitiv noch nicht nennen. Ein Versprechen gab er allerdings: „Wir werden schnellstmöglich über Ablösebeträge sprechen“ – sobald absehbar sei, welche Maßnahmen im Zentrum umgesetzt werden. „Vielleicht schon in eineinhalb bis zwei Jahren.“ Wer die Bürgerversammlung verpasst hat, findet alle Präsentationen und Ergebnisse im Internet auf isernhagen.de.

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Von Carina Bahl

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